Adolph Francis Alphonse Bandelier, auch Adolphe-François Bandelier (* 6. August 1840 in Bern; † 18. März 1914 in Sevilla) war ein schweizerisch-amerikanischer Archäologe, der sich besonders für die Erforschung des amerikanischen Südwestens einen Namen gemacht hat. Das Bandelier National Monument in New Mexico ist nach ihm benannt.
Leben
Bandelier wurde in Bern als Sohn von Adolphe-Eugène Bandelier (1812–1897) geboren und wanderte mit seiner Familie früh in die Vereinigten Staaten aus, wo er die Schule besuchte. Er studierte in der Schweiz (was genau, ist nicht überliefert) und kehrte dann in die USA zurück. Dort entdeckte er als Schüler des bekannten Anthropologen Lewis H. Morgan die Archäologie und die Ethnologie und begann seine Arbeit unter den Indianern Nordamerikas. Er durchstreifte lange Zeit zusammen mit Charles Fletcher Lummis den Südwesten der Vereinigten Staaten auf der Suche nach den Zeugen längst vergangener Kulturen. Er reiste von Sonora aus durch Arizona und New Mexico und beschrieb sämtliche Beobachtungen, die er unterwegs machte, sehr genau. Im Pueblo von Isleta in New Mexico traf Bandelier seinen langjährigen Freund Pater Anton Docher, der dort seit 1891 diente und als Padre von Isleta bekannt war. Tausende von Meilen zog er zusammen mit Lummis durch die trockensten Gegenden der Welt, durch den Grand Canyon und den Pecos sowie zu verschiedenen Pueblos. Diese Gegend sollte zum Kerngebiet der Nordamerikanischen Archäologie werden. Bandelier wurde zur führenden Autorität in Bezug auf die prähistorische Bevölkerung Amerikas.