Porträt von Adolph L'Arronge
Foto: Erwin Raupp · Wikimedia Commons

Autor

Adolph L'Arronge

Deutscher Bühnenautor, Theaterleiter, Theaterkritiker und Dirigent

Geboren
8. März 1838, Hamburg
Gestorben
24. Mai 1908, Kreuzlingen
Staatsangehörigkeit
Deutsches Kaiserreich
Beruf
Schauspieler, Schriftsteller, Drehbuchautor, Souffleur und Dirigent

Leben und Werk

Adolph Henri Georg August L’Arronge (geboren 8. März 1838 in Hamburg; gestorben 24. Mai 1908 in Kreuzlingen am Bodensee) war ein bedeutender Theaterleiter, Kapellmeister und Bühnenautor. Er begründete das Deutsche Theater Berlin als eines der führenden deutschen Theater.

Herkunft und erste Tätigkeiten

Adolph L’Arronge war der älteste Sohn des protestantischen Hamburger Schauspielers Theodor L’Arronge und dessen Ehefrau Rosa Eva Trautmann. Der Vater wurde ein beliebter Possendarsteller und Theaterdirektor.

Adolph L’Arronge studierte am Leipziger Konservatorium Musik.

Anschließend wirkte er als Theaterkapellmeister u. a. in Köln, Königsberg, Würzburg und Stuttgart. 1866 wurde er Leiter der Krolloper in Berlin. Gleichzeitig entstanden seine ersten Werke als Bühnenautor. Von 1869 bis 1872 war Adolph L’Arronge Theaterredakteur der Berliner Gerichtszeitung.

Von 1874 bis 1878 leitete er das bekannte Lobe-Theater in Breslau.

Deutsches Theater Berlin

1881 kaufte Adolph L’Arronge das Friedrich-Wilhelmstädtische Theater in Berlin, das bis dahin vor allem Unterhaltungsstücke, wie Possen gespielt hatte. Er ließ es umbauen und eröffnete es 1883 als Deutsches Theater neu.

Dieses wandte sich nun vor allem klassischen Dramen zu.

Mit dem Konzept, diese mit beliebten volkstümlichen Stücken zu mischen, machte er es zu einem eder bedeutendsten deutschsprachigen Theater seiner Zeit. Er erwarb sich den Ruf, der erfolgreichste Theaterleiter und Bühnenautor des Wilhelminischen Zeitalters zu sein.

In Zusammenhang mit einem antisemitischen Zeitstück aus dem Umfeld des Hofpredigers Adolf Stoecker, das Adolph L’Arronge als Direktor des Deutschen Theaters abgelehnt hatte, kam es zu Zuschreibungen L’Arronges zum Judentum: „Die Antisemiten in der Reichshauptstadt erklärten in den 1880er Jahren auch DT-Direktor Adolph L’Arronge zum Juden, den Mann mit dem undeutschen Namen. Ursprünglich habe er Aaron oder Aaronsohn geheißen, wurde verbreitet. [...] Dabei waren die L’Arronges schon von jeher Protestanten. [...] Adolph L’Arronge selbst fand es stets unter seiner Würde zu dementieren, dass er Jude sei. Damit hätte er den Antisemiten in die Hände gespielt und das Judentum als eine Angelegenheit markiert, die seine Distanzierung erforderlich machte.“

Text: “Adolph L’Arronge”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Adolph L'Arronge

1 buch