Autor
Alain
Französischer Philosoph, Schriftsteller und Journalist
- Geboren
- 3. März 1868, Mortagne-au-Perche
- Gestorben
- 2. Juni 1951, Le Vésinet
- Staatsangehörigkeit
- Frankreich
- Beruf
- Philosoph, Schriftsteller, Journalist und Lehrer
Leben und Werk
Émile-Auguste Chartier (* 3. März 1868 in Mortagne-au-Perche, Normandie; † 2. Juni 1951 in Le Vésinet bei Paris) war ein französischer Denker und Schriftsteller, der zwischen den beiden Weltkriegen hohes Ansehen als „moralische Stimme“ Frankreichs genoss. Mit seiner Kolumnenform Propos prägte er eine neue literarische Gattung. In der Regel ist er unter seinem Pseudonym Alain bekannt, das er zunächst wegen der Volkstümlichkeit dieses Vornamens, aber auch als Reverenz an seinen normannischen Landsmann Alain Chartier wählte.
Leben und Werk
Nach seiner Ausbildung an der Pariser Elitehochschule École normale supérieure war der Sohn eines Tierarztes bis 1902 als Lehrer in Pontivy, Lorient, Rouen und anschließend in Paris tätig. Ab etwa 1903 veröffentlichte er in verschiedenen Tageszeitungen unter dem Pseudonym Alain. Um 1906 erarbeitete er sich mit den Propos ein eigenes literarisches Genre. Zwar stammt die Bezeichnung von einem Vorgänger der Kolumne, doch erst Alain hat sie schulbildend gemacht. Sie bezieht sich auf kurze, in der Regel pointierte, stets treffend formulierte Artikel, die alltägliche Vorgänge unterschiedlichster Art aufgriffen, um den Leser auf philosophischem Niveau für das heute so genannte „Positive Denken“ zu erwärmen. Diese Artikel erschienen zunächst Tag für Tag in der La Dépêche de Rouen et de Normandie.
Immer aus der Sprache heraus geschrieben, also nicht etwa nach Konzept, dabei (in der ersten Serie von 3000 Stücken) nie korrigiert, fanden sie schnell großen Anklang. Die besten von ihnen wurden im Laufe der Jahre zu thematischen Sammelbänden zusammengefasst, so Die Pflicht, glücklich zu sein. Zudem übte der bescheiden auftretende „Professor“ als Philosophielehrer speziell ab 1909 am Pariser Gymnasium Henri IV. großen Einfluss aus. Zu seinen Schülern zählten unter anderen Michel Alexandre, Raymond Aron, Pierre Bost, Georges Canguilhem, Julien Gracq, Henri Massis, André Maurois, Jean Prévost, Maurice Schumann und Simone Weil.
Text: “Émile Chartier”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

