Alexis Benoît Soyer (* 4. Februar 1810; † 5. August 1858; geboren als Alexis Benoist Soyer – im Laufe seines Lebens änderte er seinen zweiten Vornamen in Benoît um) war ein Koch französischer Abstammung, der einen Großteil seines Lebens in Großbritannien verbrachte und als einer der bekanntesten Köche des Viktorianischen Zeitalters gilt. Zu seinem Ruhm trug unter anderem bei, dass er während der Großen Hungersnot in Irland (1845–1852) Suppenküchen entwickelte, die die Versorgung der hungernden Bevölkerung sicherstellen sollte, und während des Krimkriegs (1853–1856) die Ernährung der britischen Soldaten zu verbessern versuchte.
Kindheit
Alexis Benoist Soyer kam am 4. Februar 1810 um 10 Uhr abends in der östlich von Paris liegenden französischen Provinzstadt Meaux zur Welt. Alexis Soyers Eltern, Emery und Marie Soyer, waren 1799 in diese überwiegend von Protestanten bewohnten Stadt gezogen. Den anfangs mit Erfolg betriebenen Laden mussten sie nach einiger Zeit aufgeben. Emery Soyer versuchte das Auskommen der Familie zunächst mit Arbeit als Goldschmied oder Sattler zu sichern, musste sich dann jedoch als Arbeiter bei dem von Napoléon I. initiierten Bau de Canal de l’Ourcq verdingen. Alexis war der fünfte Sohn des Ehepaares, zwei der Söhne waren jedoch noch vor der Geburt von Alexis gestorben.
Über die Kindheit von Alexis Soyer ist nur sehr wenig bekannt. Die einzige (und nicht wirklich als zuverlässig erachtete Quelle) ist seine von seinem Freund François Voland aufgezeichnete Autobiografie. Demnach wurde er aufgrund seiner guten Singstimme als Neunjähriger in ein evangelisches Seminar aufgenommen. Alexis Soyer fühlte sich an diesem Seminar nicht wohl und wurde nach wenig mehr als einem Jahr schließlich auf Grund eines Streiches von der Schule ausgeschlossen.