Andrew Lang (* 31. März 1844 in Selkirk; † 20. Juli 1912 in Banchory, Kincardineshire) war ein schottischer Schriftsteller, Anthropologe und Journalist (u. a. Daily News, Morning Post). Er vertrat eine evolutionistisch orientierte Anthropologie.
Leben und Wirken
Lang war das älteste von acht Kindern von John Lang, einem Stadtschreiber in Selkirk (Schottland), und Jane Plenderleath Sellar, einer Tochter von Patrick Sellar, Schafzüchter und Faktor des Herzogs von Sutherland. Seine Kinderfrau erzählte ihm zahlreiche lokale Geschichten und Legenden, so dass sein Interesse für Fantasie und Verzauberung geweckt wurde. Er wurde auf der Edinburgh Academy, der Universität St Andrews und auf dem Balliol College in Oxford erzogen. Dank seines außergewöhnlich guten Abschlusses in Altphilologie wurde er Fellow des Merton College in Oxford. Er machte sich schnell einen Namen als Journalist, Dichter, Theaterkritiker und Geschichtsexperte. Ab 1911 war Lang Präsident der Society for Psychical Research. Als Altphilologe und Dichter beteiligte er sich an neuen Prosa-Übersetzungen der Ilias und Odyssee von Homer, über den er auch einige Bücher schrieb.
Als Historiker ist er für die Aufklärung einiger alter historischer Rätsel bekannt, speziell in Zusammenhang mit schottischer Geschichte. So klärte er die Identität des für die britische Regierung tätigen Spions „Pickle“ (der von den Jakobiten nie verdächtigte Alistair McDonnell), der im Umkreis von Bonnie Prince Charles aktiv war. Er beschäftigte sich auch mit dem „Mann mit der eisernen Maske“ (in The valets tragedy), rehabilitierte Maria Stuart, fand neue Dokumente zum Graf von Saint Germain u. a.