Porträt von Anton Prokesch von Osten
Foto: Josef Kriehuber · Wikimedia Commons

Autor

Anton Prokesch von Osten

Altösterreichischer Diplomat und General, Orientalist und Reiseschriftsteller

Geboren
10. Dezember 1795, Graz
Gestorben
26. Oktober 1876, Wien
Staatsangehörigkeit
Österreich-Ungarn und Kaisertum Österreich
Beruf
Diplomat, Schriftsteller, Politiker, Numismatiker und Forschungsreisender

Leben und Werk

Anton Prokesch, ab 1830 Ritter, ab 1845 Freiherr und ab 1871 Graf von Osten (* 10. Dezember 1795 in Graz; † 26. Oktober 1876 in Wien) war ein österreichischer General, Diplomat und Reiseschriftsteller.

Leben

Anton Prokesch stammte aus einer mährischen Familie, deren ältester bekannter Vertreter Franz Prokes um 1700 als Händler in Groß-Seelowitz bei Auspitz lebte. Der 1795 in Graz geborene Prokesch machte von 1813 bis 1815 die Feldzüge gegen Frankreich mit. In Graz war er Gast im Salon von Marie Pachler-Koschak. Er wurde 1818 Adjutant des Feldmarschalls Schwarzenberg. In den folgenden Jahren mehrfach zu Missionen in den Orient verwendet, gelang es ihm 1829 mit dem Pascha von Akka eine Übereinkunft zu Gunsten der Christen im Heiligen Land abzuschließen. 1829 wurde er in der Jerusalemer Grabeskirche als Ritter in den Ritterorden vom Heiligen Grab investiert. Er wurde 1830 als „Ritter von Osten“ geadelt. Das Adelsprädikat sollte die großen Verdienste zum Ausdruck bringen, die sich Prokesch in der Levante erworben hatte.

Von 1830 bis zu dessen frühem Tod 1832 war Prokesch von Osten der Vertraute und Freund des jungen Herzogs von Reichstadt, des Sohnes Napoleons, der am österreichischen Hof lebte.

1831 ging er als Chef des Generalstabs mit der österreichischen Armee nach Bologna. 1833 war er an der Vermittlung eines Friedens zwischen dem Vizekönig Muhammad Ali Pascha von Ägypten und dem Sultan Mahmud II. in Kairo beteiligt, dabei wurde er von Ludwig von Kudriaffsky begleitet. 1834 bis 1849 war er Gesandter in Athen, wo er sich auch als Präsident des Kirchen-Administrationsrathes der Katholiken engagierte, 1849 bis 1852 Gesandter in Berlin. 1845 wurde er in den österreichischen Freiherrenstand erhoben. 1853 und 1854 war Prokesch dann Bundespräsidialgesandter in Frankfurt am Main. Durch die Forderung der Mobilmachung des Bundesheeres gegen Russland isolierte er während des Krimkriegs Österreich im Deutschen Bund. Diese Maßnahme wusste Bismarck gekonnt zu verhindern. Nach dieser Niederlage verlor Prokesch seinen Posten und wurde 1855 zum Internuntius, 1867 zum Botschafter in Konstantinopel ernannt. 1863 wurde er bereits zum Feldzeugmeister befördert. Bei seinem Abschied 1871 wurde er in den Grafenstand erhoben. Er war Mitglied der Berliner und Wiener Akademie der Wissenschaften und besaß eine ausgezeichnete Münzensammlung, die 1875 vom Berliner Museum angekauft wurde. Seit 1863 war er Ehrenmitglied der Griechischen philologischen Gesellschaft in Konstantinopel. Seine Grabstelle ist ein von Theophil von Hansen erbautes Mausoleum auf dem St.-Leonhard-Friedhof in Graz.

Text: “Anton Prokesch von Osten”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

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