Autor
Atticus
Römischer Ritter aus der Familie der Pomponier
- Geboren
- 110 v. Chr., Römisches Reich
- Gestorben
- 32 v. Chr., Rom
- Staatsangehörigkeit
- Römisches Reich
- Beruf
- Schriftsteller, Philosoph, Bankier, Dichter und Historiker
- Strömung
- Epikureismus
Leben und Werk
Titus Pomponius Atticus oder Quintus Caecilius Pomponianus (* Ende 110 v. Chr.; † 31. März 32 v. Chr.) war ein römischer Ritter aus der Familie der Pomponier, die nach antiker Ansicht auf den römischen König Numa Pompilius zurückging.
Er war ein enger Freund Marcus Tullius Ciceros, mit dem er einen jahrelangen Briefwechsel führte; erhalten sind nur die Briefe von Cicero an Atticus. Diese Freundschaft ist insofern bemerkenswert, da Atticus – im Gegensatz zu Cicero – Anhänger des Epikureismus war.
Quellen
Außer Ciceros epistulae ad Atticum und anderen Schriften, vor allem denen, in denen Atticus als Dialogpartner auftritt, unterrichtet über Atticus’ Leben eine Lebensbeschreibung durch Cornelius Nepos. Da jedoch Atticus selbst bestimmte, welche Briefe seines Freundes nach dessen Tod veröffentlicht wurden, und Nepos als ein enger Freund auf alles, was ein negatives Licht auf Atticus werfen könnte, verzichtete, muss wohl davon ausgegangen werden, dass das Bild geschönt ist.
Leben
Atticus war der Sohn eines ansonsten unbekannten Titus Pomponius und einer Caecilia Metella. Er genoss den Unterricht seiner Lehrer zusammen mit Marcus Tullius Cicero, dessen Verwandten Gaius Marius (dem Sohn des berühmten Feldherrn Marius) sowie Lucius Manlius Torquatus, und gleich seinem Freund Cicero war er schon als Kind berühmt für seinen Bildungseifer.
Nachdem 88 v. Chr. sein entfernter Verwandter, der Volkstribun Publius Sulpicius Rufus, der auf der Seite des Marius stand, ermordet worden war, sah Atticus sich gezwungen, für Sulla oder Cinna Partei zu ergreifen. Da eine derartige Entscheidung seiner Lebensphilosophie zuwiderlief, verließ er Rom und ging nach Athen, wo er von 86 bis 65 v. Chr. (mit Unterbrechungen) lebte. Den Beinamen Atticus erwarb er sich durch die Unterstützung des Wiederaufbaus der Stadt nach der Zerstörung durch die Römer unter Sulla. Die Athener wollten ihm aus Dankbarkeit das Bürgerrecht verleihen, worauf Atticus jedoch verzichtete, da es nicht mit dem römischen Bürgerrecht zu vereinen war. Laut Perlwitz verschweigt diese Darstellung den wichtigsten Grund für Atticus’ Umzug nach Athen: Seine Haupteinnahmequelle, der Geldverleih, drohte durch den Bundesgenossenkrieg und die Geldentwertung durch die lex Valeria de aere alieno, die die bisherigen Schulden auf ein Viertel reduzierten, in Rom zu versiegen. Gleichzeitig war in Athen nach den Zerstörungen des Ersten Mithridatischen Krieges ein großer Bedarf an Kapital entstanden. Obwohl Atticus nicht solche Wucherzinsen verlangte wie andere Geldverleiher, konnte er bis zu seiner Rückkehr nach Rom das Erbe seines früh verstorbenen Vaters erheblich vermehren. Da er Teile dieses Gewinns jedoch nutzte, um Athen günstige Kredite zu geben und die hungernde Bevölkerung kostenlos mit Getreide zu beliefern, wurde er von der Stadt als Wohltäter gefeiert. Bei Buthroton erstand er ein Latifundium, von dessen fruchtbarem Boden reiche Einkünfte zu erwarten waren. Seinen Erfahrungen, die er dort in der Viehzucht sammelte, setzte Marcus Terentius Varro in seiner Schrift De Re Rustica ein Denkmal.
Text: “Titus Pomponius Atticus”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.
Sammlung
Bücher von Atticus
1 buch

