Joseph-Louis de Lagrange (* 25. Januar 1736 in Turin als Giuseppe Lodovico Lagrangia; † 10. April 1813 in Paris) war ein italienischer Mathematiker, Physiker und Astronom der später in Berlin und Paris wirkte.
Turin (1736–1766)
Lagrange wurde als Giuseppe Ludovico Lagrangia geboren. Sein Vater, Giuseppe Francesco Lodovico Lagrangia, war Schatzmeister der Artillerie des Königs von Sardinien. Seine Mutter war Maria Teresa Grosso, Tochter eines wohlhabenden Arztes aus Cambiano. Lagrange besuchte die Universität Turin, wo er mit siebzehn das erste mathematische Interesse zeigte, nachdem er zufällig auf eine Veröffentlichung Edmund Halleys von 1693 gestoßen war. Sein Vater wollte, dass er Anwalt wird, aber in der Schule interessierte sich Lagrange schließlich mehr für Mathematik, speziell die Geometrie. Er brachte sich innerhalb eines Jahres das gesamte Wissen eines vollständig ausgebildeten Mathematikers seiner Zeit bei.
Am 28. September 1755 erhielt Lagrange per königlichen Erlass einen Lehrstuhl für Mathematik an der Reale Scuola di Artiglieria e Fortificazioni di Torino. Hier veröffentlichte er seine ersten wissenschaftlichen Arbeiten über Differentialgleichungen und Variationsrechnung.
1757 gründete Lagrange zusammen mit Graf Angelo Saluzzo di Monesiglio (1734–1810) und dem Arzt Giovanni Francesco Cigna (1734–1790) die Società Privata Torinese, die 1760 den Titel „Société royale“ (Königliche Gesellschaft) erhielt und aus der 1783 die Accademia delle Scienze di Torino hervorging. Alle drei besuchten die Kurse von Giambatista Beccaria.