Bernhard Friedrich Wilhelm Kellermann (* 4. März 1879 in Fürth; † 17. Oktober 1951 in Klein Glienicke bei Potsdam) war ein deutscher Schriftsteller. Sein bekanntestes Werk ist der millionenfach verkaufte Science-Fiction-Roman Der Tunnel aus dem Jahr 1913.
Leben
Bernhard Kellermann, ein Sohn des Fürther Magistratssekretärs Friedrich Kellermann und seiner Frau Margareta Katharina geb. Pfeiffer, nahm 1899 an der Technischen Hochschule in München sein Studium auf, später studierte er Germanistik und Malerei. Ab 1904 machte er sich einen Namen als Romanautor, als eines seiner frühen Werke Yester und Li außerordentlichen Erfolg hatte (und bis 1939 insgesamt 183 Auflagen erlebte). Auch Kellermanns Roman Ingeborg (1906) wurde bis 1939 131-mal aufgelegt.
In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erschienen Romane und Reiseberichte im Anschluss an Reisen in die USA und Japan. Die Reiseberichte Ein Spaziergang in Japan und Sassa yo Yassa. Japanische Tänze erschienen in den Jahren 1910 und 1911. Der Schweizer Maler und Illustrator Karl Walser illustrierte die Bücher. Sein Roman Das Meer von 1910 wurde 1927 von Peter Paul Felner, Sofar-Film-Produktion GmbH, mit Heinrich George, Olga Tschechowa und Simone Vaudry verfilmt, auch bekannt als „Insel der Leidenschaft“ oder „Die Insel der tausend Sünden“.
1913 erschien sein Hauptwerk Der Tunnel. Es war für den Autor und seinen Verlag ein Riesenerfolg: Die Gesamtauflage überschritt eine Million, und das Werk wurde in 25 Sprachen übersetzt. In Russland wurde es bis 1932 immer wieder gedruckt. Das Buch wurde viermal verfilmt: 1915 als Stummfilm von William Wauer, 1933 als deutsch-französische Produktion unter der Regie von Kurt Bernhardt in der deutschen Version mit Paul Hartmann, Olly von Flint, Attila Hörbiger und Gustaf Gründgens und parallel mit Jean Gabin in einer französischen Fassung sowie schließlich 1935 als englische Produktion unter Maurice Elvey (Drehbuch u. a. Curt Siodmak).