Porträt von Bertrando Spaventa
Foto: Henri Le Lieure · Wikimedia Commons

Autor

Bertrando Spaventa

Italienischer Philosoph

Geboren
26. Juni 1817, Bomba
Gestorben
21. Februar 1883, Neapel
Staatsangehörigkeit
Königreich Italien
Beruf
Philosoph, Politiker, Journalist und Professor

Leben und Werk

Bertrando Spaventa (* 26. Juni 1817 in Bomba, Provinz Chieti; † 20. Februar 1883 in Neapel) war ein italienischer Philosoph und Philosophiehistoriker.

Leben

Bertrando Spaventa war der ältere Sohn von Eustachio Spaventa und dessen Ehefrau Maria Croce. Der spätere Politiker Silvio Spaventa war sein jüngerer Bruder. Nach dem Schulbesuch in seiner Heimatstadt konnte Spaventa zusammen mit seinem Bruder – unterstützt durch ein Stipendium eines Verwandten – das Jesuitenkolleg in Chieti besuchen. Nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums sandte ihn die Societas Jesu als Dozent an das Priesterseminar nach Montecassino. Dort wurde Spaventa auch zum Priester geweiht.

Ab 1840 war Spaventa in Neapel als Lehrer tätig und vervollständigte auch seine Studien. Vor allem durch Antonio Tari und Ottavio Colecchi wurde Spaventa beeinflusst, sich mit den Theorien der deutschen Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Immanuel Kant auseinanderzusetzen.

1846 gründete Spaventa eine eigene Schule, einen kleinen Kreis von interessierten Schülern, die sich aber neben philosophischen auch aktuelle politische Themen teilweise sehr kontrovers diskutierten. Bereits im darauffolgenden Jahr stand diese Schule „im Verdacht der Aufwiegelei“ und wurde von den Behörden geschlossen.

Noch im selben Jahr nahm Spaventa bei General Francesco Pignatelli, dem Fürsten von Strongoli, eine Stelle als Hauslehrer an. Als dieser aus politischen Gründen 1849 nach Florenz ins Exil ging, begleitete ihn Spaventa.

1850 kam es zum radikalen Bruch im Leben Bertrando Spaventas. Er verließ seinen Orden, kündigte seine Anstellung als Hauslehrer und ließ sich als Journalist in Turin nieder. In seinen ersten Veröffentlichungen dort thematisierte Spaventa meistenteils die philosophische und politische Einstellung des Jesuitenordens. Unter der Prämisse, dass die Religion nur eine Stufe in der grundsätzlichen Weiterentwicklung des Geistes sei, musste Spaventa zwangsläufig den Autoritätsanspruch des Papstes ablehnen.

Text: “Bertrando Spaventa”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Bertrando Spaventa

1 buch