Booker Taliaferro Washington (* 5. April 1856 auf der Burroughs Farm, Hale’s Ford, Franklin County, Virginia; † 14. November 1915 in Tuskegee, Alabama) war ein US-amerikanischer Pädagoge, Sozialreformer und Bürgerrechtler.
Ausbildung und Lehre
Als Sklave auf einer Plantage geboren, zog er mit seiner Familie nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg und der Sklavenbefreiung nach Malden in West Virginia, wo Washington zeitweise im Bergbau tätig war und auch eine Schule besuchte. Von 1872 bis 1875 besuchte er das Hampton Normal and Agricultural Institute, wo er eine Arbeitsstelle bekam und dadurch die Schulgebühren finanzieren konnte, und unterrichtete danach zwei Jahre selbst in Malden, woraufhin er schließlich ein Studium am Wayland Seminary in Washington, D.C. begann. Ab 1879 baute er eine Abendschule auf, an der er sich unter anderem für die Ausbildung von Indianern einsetzte.
1881 wurde Washington auf Vorschlag von Samuel Chapman Armstrong, dem Gründer und Leiter des Hampton Institute und Mentor von Washington, als Leiter einer neu gegründeten Schule für Schwarze in Tuskegee im Bundesstaat Alabama berufen. Mit einer für die Bezahlung der Lehrer vorgesehenen Mittelzuweisung von lediglich $2.000 jährlich gelang es ihm, das von Chapman entworfene Modell zu duplizieren und eine landesweit anerkannte Bildungsanstalt zu schaffen, in der er handwerkliche und landwirtschaftliche Kenntnisse vermittelte. Im Laufe der Jahre konnte man am Tuskegee Institute eine Ausbildung als Eisengießer, Elektriker, Maler, Klempner, Tischler, Schmied, Korbflechter, Maurer, Wagner und viele andere machen. 1884 war er der Meinung, dass Schwarze die Integrationsweise der US-amerikanischen Juden nachahmen sollten. So gründete er die National Negro Business League, die sich für den beruflichen Aufstieg der schwarzen Bürger einsetzte. Im Jahre seines Todes (1915) bestand Tuskegee Institute aus 123 Gebäuden auf 930 Hektar Land und besaß Maschinen im Wert von über einer Million Dollar.