Constantin François Chasseboeuf Boisgirais, Comte de Volney (* 3. Februar 1757 in Craon, Anjou; † 25. April 1820 in Paris) war ein französischer Reisender, Orientalist und Geschichtsphilosoph. Sein Pseudonym Volney setzt sich aus der ersten Silbe von Voltaire und der zweiten Silbe von dessen Wohnort Ferney zusammen.
Leben
Der Abkömmling einer ländlichen Adelsfamilie studierte in Paris Medizin und Philosophie. Dort war er auch Gast in den Salons von Baron Holbach und Madame Helvétius, wo er die Bekanntschaft der Aufklärer Voltaire, Diderot, D’Alembert und Benjamin Franklin machte, mit letzterem blieb er auch schriftlich verbunden. 1782 unternahm er eine mehrjährige Reise in das Osmanische Reich, die ihn nach Syrien, Palästina und Ägypten führte. Die Resultate seiner kulturellen und gesellschaftspolitischen Erkundungen veröffentlichte er nach seiner Rückkehr und Niederschrift in Craon 1787 unter dem Titel Voyage en Égypte et en Syrie, pendant les années 1783, 84 et 85. In der französischen Revolution war er Mitglied der Nationalversammlung und dort Mitglied im Cercle social, dem er bis zu seinem Ende im Brumaire 1799 die Treue hielt. Sein Hauptwerk erschien 1791 nach der Französischen Revolution: Die Ruinen, oder Betrachtungen über die Revolutionen der Reiche (Les ruines, meditations sur les revolutions des empires;)
Der Kernsatz fällt in der Vorrede: Ihr Ruinen legtet, indem ihr Fürstenstaub mit Sklavenstaub vermengtet, Zeugnis ab für den heiligen Lehrsatz der Gleichheit.
1803 stiftete er den Prix Volney für vergleichende Sprachwissenschaften, der seitdem vom Institut de France auf Vorschlag des Académie des inscriptions et belles-lettres verliehen wird.