Porträt von Camille Jullian
Foto: Héliog. Schützenberger, Paris · Wikimedia Commons

Autor

Camille Jullian

Französischer Althistoriker

Geboren
15. März 1859, Marseille
Gestorben
12. Dezember 1933, Paris
Staatsangehörigkeit
Frankreich
Beruf
Epigraphiker, Keltologe, Provinzialrömischer Archäologe, Althistoriker und Hochschullehrer

Leben und Werk

Louis Camille Jullian (* 15. März 1859 in Marseille; † 12. Dezember 1933 in Paris) war ein französischer Althistoriker, Philologe und Archäologe. Mit seinen ungemein wirkmächtigen Arbeiten zur antiken Geschichte Galliens und der Gallier beeinflusste er maßgeblich das Bild dieser Volksgruppe in Frankreich.

Leben und Karriere

Camille Jullian stammte aus einer protestantischen Familie, deren Wurzeln in den Cevennen lagen. Der spätere Staatspräsident Gaston Doumergue war sein „Milchbruder“, d. h. er wurde von derselben Amme gestillt. Als Schüler in Marseille gewann Jullian den Concours général. Die Niederlage Frankreichs im Krieg gegen Deutschland 1870/71 löste seinen überhöhten Patriotismus aus. Nach der Erlangung des Abiturs (Baccalauréat) am Lyzeum in Thiers begann er 1877 sein Studium an der École normale supérieure in Paris. Zu seinen wichtigsten akademischen Lehrern gehörten Paul Vidal de la Blache, Ernest Desjardins, Gaston Boissier und Numa Denis Fustel de Coulanges. 1880 bestand er die Agrégation (Staatsprüfung für das höhere Lehramt) als Jahrgangsbester in der Fachrichtung Geschichte. Noch im selben Jahr ging er an die École française de Rome, wo er bis 1882 forschte. Studienaufenthalte führten ihn unter anderem nach Berlin, wo er an Theodor Mommsens epigraphischen Übungen teilnahm. Mit einer Thèse d’État zur Verwaltungsgeschichte Italiens in der römischen Kaiserzeit von Augustus bis Diokletian wurde Jullian 1883 promoviert.

Anschließend lehrte er an der geisteswissenschaftlichen Fakultät zu Bordeaux, 1886 wurde er dort auf eine Professur für Alte Geschichte berufen. In Bordeaux begann er sich mit der regionalen Geschichte der Gegend zu befassen. Er untersuchte die Geschichte ebenso wie die Inschriften. Zudem leitete er Ausgrabungen, die die römischen Wurzeln der Stadt Bordeaux zutage brachten. Schnell weitete er die Forschungen auf ganz Frankreich aus. Seine Monografie zu Vercingetorix feierte den Gallierfürsten als einen Visionär eines geeinten, freien Galliens; Gaius Iulius Caesar hingegen wurde in seinem späteren Opus magnum Histoire de la Gaule als Verhinderer einer eigenständigen Entwicklung Frankreichs gesehen. Damit trat Jullian auch in direkten Widerspruch zu Mommsen, der Caesar in seiner Römischen Geschichte für dessen Taten rühmte. Die Vercingetorix-Biografie hatte eine starke Resonanz und wurde 1902 mit dem Grand Prix Gobert der Académie française ausgezeichnet, ebenso 1908 die Histoire de la Gaule.

Text: “Camille Jullian”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Camille Jullian

1 buch