Porträt von Carl Chun
Foto: Müller, Breslau 1899 · Wikimedia Commons

Autor

Carl Chun

Deutscher Zoologe und Tiefseeforscher (1852–1914)

Geboren
1. Oktober 1852, Höchst
Gestorben
11. April 1914, Leipzig
Staatsangehörigkeit
Herzogtum Nassau und Königreich Preußen
Beruf
Teuthologe, Zoologe, Hochschullehrer, Meeresbiologe und Malakologe

Leben und Werk

Carl Friedrich Chun (* 1. Oktober 1852 in Höchst am Main; † 11. April 1914 in Leipzig) war ein deutscher Zoologe und Tiefseeforscher. Sein Lebenswerk ist die Organisation und Durchführung der Valdivia-Expedition 1898/1899. Er war Spezialist für Rippenquallen und Tintenfische.

Leben

Chun besuchte das Lessing-Gymnasium in Frankfurt am Main, wo er auch die Vorlesungen am Theatrum anatomicum der Senckenbergischen Stiftungen besuchte. Er studierte Zoologie an der Georg-August-Universität Göttingen und der Universität Leipzig bei Rudolf Leuckart, bei dem er 1875 zum Doktor der Medizin promovierte. Später arbeitete er als Assistent bei seinem Lehrer. 1876 ging er an die Zoologische Station Neapel zu Anton Dohrn. Mit einer Monographie über die Ctenophoren, die 1880 in der Reihe Fauna und Flora des Golfes von Neapel veröffentlicht wurde, erlangte er als Biologe weltweite Anerkennung. Sein Interesse galt vor allem der Tiefenfauna des Meeres, die er mit selbstkonstruierten Schließnetzen an den Küsten Korsikas, Dalmatiens und der Kanarischen Inseln untersuchte.

Ab 1878 war er als Privatdozent an der Universität Leipzig tätig, 1883 erhielt er einen Lehrstuhl an der Albertus-Universität Königsberg. Im Jahr 1898 wurde er zum Professor für Zoologie an die Universität Leipzig berufen.

Im Jahr 1881 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt. Ferienaufenthalte am Mittelmeer nutzte Chun zur Vervollkommnung seiner Fangtechniken für pelagische Meerestiere. Im Resultat einer Reise zu den Kanaren im Winter 1887/1888 veröffentlichte Chun eine Arbeit mit dem Titel Die pelagische Tierwelt in größeren Meerestiefen und ihre Beziehung zur Oberflächenfauna und begründete damit seinen Ruf als Pionier der Planktonforschung. Im Jahr 1889 nahm er an der Deutschen Planktonexpedition teil, bei der er die Rippen- und Staatsquallen bearbeitete. 1891 erhielt Chun, der mittlerweile eine Autorität in der Meeresbiologie darstellte, eine Professur für Zoologie an der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität.

Text: “Carl Chun”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Carl Chun

1 buch