Karl Ewald (dänisch Carl Ewald; * 15. Oktober 1856 auf Bredelykke bei Gram, Herzogtum Schleswig; † 23. Februar 1908 in Charlottenburg bei Kopenhagen) war ein dänischer Schriftsteller.
Leben
Der Sohn des Landvermessers und späteren Professors und Romanschriftstellers H.F. Ewald besuchte das Gymnasium in Frederiksborg. Nach dem Studium der Philosophie und Naturkunde in Kopenhagen arbeitete er ein Jahr lang als Hauslehrer. Anschließend studierte er Forstwissenschaft an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Kopenhagen, musste die Ausbildung jedoch wegen einer langwierigen Krankheit abbrechen. Er lehrte an verschiedenen Schulen in Kopenhagen und verfasste gleichzeitig Texte, in denen er sich bemühte, wissenschaftliche Tatsachen und Erkenntnisse einfach und humorvoll zu erklären. Im Jahr 1882 erschien das erste Heft seiner naturkundlichen Märchen, die ihn rasch bekannt machten und es ihm ermöglichten, ab 1883 frei literarisch tätig zu sein. Mit Betty Ponsaing hatte er einen Sohn, Jesper Ewald (1893–1969) und aus einer außerehelichen Beziehung mit Agnes Henningsen den Sohn Poul Henningsen (1894–1967).
Werk
Die naturkundlichen Märchen, die bald auf fünf Bände anwuchsen, begründeten seine literarische Bekanntheit. Weitere Geschichten von Pflanzen, Tieren und astronomischen Gegebenheiten folgten. Er entwickelte sich zu einem vielseitigen Schriftsteller und schrieb auch Novellen, historische und zeitgenössische Romane, Lustspiele und satirische Skizzen. 1905 übertrug er die Märchen der Brüder Grimm ins Dänische. Seine Schriften wurden in viele Sprachen übersetzt und erlebten eine große Anzahl von Auflagen. In Deutschland wurden vor allem die Märchen und die Erzählung Das Zweibein so bekannt, dass man Karl Ewald vielfach für einen deutschen Dichter gehalten hat.