Porträt von Carl Ritter
Foto: Rudolph Hoffmann · Wikimedia Commons

Autor

Carl Ritter

Deutscher Hochschullehrer, Begründer der wissenschaftlichen Geographie (1779-1859)

Geboren
7. August 1779, Quedlinburg
Gestorben
28. September 1859, Berlin
Staatsangehörigkeit
Königreich Preußen
Beruf
Forschungsreisender, Geograph, Hochschullehrer und Botaniker

Leben und Werk

Carl Ritter, auch Karl Ritter, (* 7. August 1779 in Quedlinburg; † 28. September 1859 in Berlin) gilt neben Alexander von Humboldt als Begründer der wissenschaftlichen Geographie.

Herkunft

Carl Ritter wurde 1779 im heute nicht mehr bestehenden Haus Steinbrücke 15 in Quedlinburg geboren. Er war ab 1785 Schüler von Johann Christoph Friedrich GutsMuths in Schnepfenthal an der Salzmannschule Schnepfenthal. 1795 traf er den Frankfurter Kaufmann Johann Jakob Bethmann-Hollweg, der ihm ein Universitätsstudium an der Universität Halle ermöglichte und ihn 1798 nach Frankfurt am Main als Hauslehrer für seine Kinder holte.

Studium

Ritter besuchte zeitweise mit seinen Schülern zusammen das Frankfurter Gymnasium, um seine Kenntnisse in Latein und Griechisch zu vervollständigen. Gleichzeitig unterrichtete er dort auch Geographie, Geschichte und Naturgeschichte. 1810 bis 1812 lebte er mit seinen Zöglingen in Genf. Von 1813 bis 1818 arbeitete er in Göttingen an seinem wissenschaftlichen Hauptwerk Die Erdkunde im Verhältnis zur Natur und Geschichte des Menschen, oder allgemeine vergleichende Geographie als sichere Grundlage des Studiums und Unterrichts in physikalischen und historischen Wissenschaften. 1819 wurde er für kurze Zeit Professor am Frankfurter Gymnasium als Nachfolger von Friedrich Christoph Schlosser.

Akademische Laufbahn

1820 wurde er auf den Lehrstuhl für „Erd-, Länder-, Völker- und Staatenkunde“ an der Berliner Universität berufen. Seine Vorlesungen waren sehr beliebt und wurden von gegensätzlichen Persönlichkeiten wie Otto von Bismarck, dem späteren preußischen Kriegsminister Albrecht von Roon, der selbst mehrere Werke über Geografie im Sinne Ritters schrieb, und Karl Marx besucht. In Berlin lernte Ritter im Jahr 1824 den Schweizer Geografen Gerold Meyer von Knonau kennen, mit dem er eine langjährige Brieffreundschaft pflegte. Ritters Forschungsschwerpunkt lag allerdings nicht auf dem Gebiet der physikalischen Geographie, sondern durchaus im Sinne der Romantik auf den Beziehungen zwischen der natürlichen Umwelt einerseits und dem Menschen und seiner Kultur, wobei er sich freilich nicht mystischen Spekulationen hingab, wie sich diese häufig in der zeitgenössischen Naturphilosophie finden. Ritters Ansatz schuf vielmehr langfristig die Grundlage für eine Kulturökologie; freilich noch in einer Art „Kulturklimatologie“, die seit der Antike Zusammenhänge zwischen menschlichen Eigenschaften und Klimazonen herstellte. Überdies befasste sich Ritter sehr stark mit historischer Geographie. Er gehörte zu den Mitbegründern der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Er bildete eine Gruppe von Reformern, zu der auch Theodor Freiherr von Liechtenstern und Alexander von Humboldt (1769–1859) gehörten, welche die sich seit der Jahrhundertwende vollziehende Entwicklung der Geographie zu einer modernen Wissenschaft in die Schulen trugen.

Text: “Carl Ritter”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Carl Ritter

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