Charles Le Goffic (* 14. Juli 1863 in Lannion; † 12. Februar 1932 ebenda) war ein französischer Dichter und Schriftsteller. Ab 1930 war er Mitglied der Académie française.
Leben
Le Goffic wurde als Sohn eines Buchdruckers geboren. Früh entwickelte er eine Vorliebe für Literatur. Seine Kindheit verbrachte er in Perros-Guirec oder in Trégastel. Er arbeitete zunächst als Lehrer in Gap, Évreux, Nevers und in Le Havre. Gemeinsam mit Maurice Barrès und Raymond de La Tailhède gründete 1886 er die Literaturzeitschrift Les Chroniques. Zudem veröffentlichte er mehrere Gedichtbände sowie Romane wie Amour breton, Le Bois dormant oder Le Pardon de la reine Anne.
In seinen Werken kommt häufig seine Liebe zur Bretagne, seiner Heimat, zum Ausdruck. Seine 1910 erschienenen Kurzgeschichten Passions Celtes hatten großen Einfluss auf die bretonische Renaissance. Eine dieser Kurzgeschichten wurde extra für die Oper Le Pays, die durch Guy Ropartz inszeniert wurde, geschrieben.
Am 22. Mai 1930 wurde er in den Vorstand der Académie française gewählt, nachdem er seit 1923 bereits viermal vorgeschlagen und zweimal bei den Wahlen gescheitert war.
Le Goffic war seit Oktober 1888 mit Julie Fleury (1870–1944) verheiratet, mit der er eine Tochter Hervine (1901–1919) hatte, die früh im Alter von 17 Jahren verstarb. Er besaß ein Haus in Trégastel, wo er einen Großteil seines Lebens verbrachte. Er war zudem Offizier der französischen Ehrenlegion (Légion d’honneur). Er starb am 12. Februar 1932 und wurde im Familiengrab in Trégastel beigesetzt, in dem auch seine Frau und seine Tochter ruhen.