Porträt von Charles Maurice de Talleyrand-Périgord
Foto: François Gérard · Wikimedia Commons

Autor

Charles Maurice de Talleyrand-Périgord

Französischer Staatsmann und Diplomat

Geboren
2. Februar 1754, Paris
Gestorben
17. Mai 1839, Paris
Staatsangehörigkeit
Frankreich
Beruf
Politiker, Diplomat, katholischer Priester, Schriftsteller und katholischer Bischof

Leben und Werk

Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord [ʃaʀlə mɔ'ʀis də talɛ'ʀɑ̃ peʀi'gɔʀ] (* 2. Februar 1754 in Paris; † 17. Mai 1838 im Hôtel Talleyrand ebenda) war ein französischer Staatsmann.

Talleyrands Herkunft aus einer Adelsfamilie ermöglichte ihm den Aufstieg im Klerus des Ancien Régime. Während der Französischen Revolution diente er als Abgeordneter in den Generalständen und der Konstituante, in der er als Befürworter einer Konstitutionellen Monarchie und einer Reform der Kirche hervortrat. Angesichts der Herrschaft der Jakobiner entschied er sich 1792 für das Exil, erst im Königreich Großbritannien, später in den Vereinigten Staaten. Nach dem Sturz der Jakobiner kehrte Talleyrand 1796 nach Frankreich zurück und wurde 1797 von der Regierung des Direktoriums zum Außenminister berufen.

Im Staatsstreich des 18. Brumaire VIII spielte Talleyrand eine entscheidende Rolle dabei, das Direktorium mit dem Konsulat unter der Führung Napoleon Bonapartes zu ersetzen. Später unterstützte er die Krönung Napoleons zum Kaiser der Franzosen und damit die Schaffung des Ersten Französischen Kaiserreichs, in der Hoffnung, dass die Rückkehr zur Monarchie die politischen Wirren der Ersten Französischen Republik beenden würde. Unter Napoleon blieb Talleyrand zunächst Außenminister, trat allerdings 1807 wegen grundlegender Meinungsverschiedenheiten über den aggressiven Kurs der französischen Außenpolitik im Europa der Koalitionskriege zurück. Fortan konspirierte er mit den Widersachern Napoleons, dessen Expansionsstreben er als eine Gefahr für den Frieden auf dem europäischen Kontinent wahrnahm.

Nach Napoleons Absetzung und der Restauration der Bourbonen, an der er maßgeblich beteiligt war, wurde Talleyrand erneut Außenminister, diesmal für König Ludwig XVIII. In diesem Amt nahm er als Vertreter Frankreichs am Wiener Kongress teil, auf dem die europäischen Mächte die Neuordnung des Kontinents nach zwei Jahrzehnten Krieg aushandelten. Talleyrand gelang es, dass Frankreich als gleichberechtigte Großmacht im europäischen Mächtegleichgewicht anerkannt wurde und im Vergleich zum Vorkriegszustand keine größeren Gebietsverluste hinnehmen musste. Seine Differenzen mit den Ultraroyalisten führten jedoch dazu, dass Ludwig XVIII. ihn 1815 als Außenminister entließ.

Die nächsten Jahre verbrachte Talleyrand in der liberalen Opposition, bis mit der Julirevolution von 1830 Louis-Philippe I., ein Sympathisant der Liberalen, der als „Bürgerkönig“ in die Geschichte einging, den Thron bestieg. Dieser ernannte Talleyrand zum Botschafter im Vereinigten Königreich. In diesem Amt war er 1830 an der Londoner Konferenz beteiligte, in der die Großmächte die Unabhängigkeit des Königreichs Belgien aushandelten. 1834 zog Talleyrand sich aus Altersgründen aus der aktiven Politik zurück. Er verstarb 1838.

Für seine Verdienste erhielt er mehrere Titel in der noblesse impériale: 1806 Fürst von Benevent, 1807 Herzog von Talleyrand-Périgord und 1815 Herzog von Dino (duc de Dino).

Da er in fast allen Regimen seiner Zeit hohe Ämter innehatte und an mehreren Regierungsumstürzen beteiligt war, steht der Name Talleyrand heute für politischen Opportunismus und Anpassungsfähigkeit.

Text: “Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Charles Maurice de Talleyrand-Périgord

1 buch