Henriette Clementine Helm (* 9. Oktober 1825 in Delitzsch; † 26. November 1896 in Berlin) war eine deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin. Sie veröffentlichte mehr als 40 Bücher und war eine der erfolgreichsten Jugendschriftstellerinnen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Obwohl sie überwiegend Backfischromane bzw. Mädchenliteratur schrieb, entsprachen ihre Bücher nicht dem gängigen Zeitgeist im Deutschen Kaiserreich.
Leben
Clementine Helm wurde als Tochter des Kaufmanns Karl Helm (1785–1839) und seiner Frau Henriette, geb. Schmidt (1794–1831), in Delitzsch geboren. Sie verlor früh ihre Eltern und wurde daraufhin im Haus ihres Onkels, dem Lehrer und Schulrat Christian Weiss (1774–1853) in Merseburg erzogen. Im Jugendalter zog sie zur Familie ihres Onkels Christian Samuel Weiss nach Berlin. Dort besuchte sie die Luisen-Stiftung, wo sie zur Lehrerin ausgebildet wurde. Danach war sie einige Jahre an einer Mädchenschule als Lehrerin tätig.
Im Jahr 1848 heirateten Clementine Helm und Heinrich Ernst Beyrich, der damals Student ihres Onkels war und später ein anerkannter Geologe und Paläontologe sowie Professor an der Universität Berlin wurde. Das Paar hatte keine eigenen Kinder, adoptierte jedoch die beiden Nichten von Clementine Helm, als deren Schwester Wilhelmine Louise 1851 starb.
Clementine Helm begleitete ihren Mann regelmäßig auf Arbeitsreisen innerhalb Deutschlands und die Familie verreiste gelegentlich gemeinsam ins Ausland, so nach England und in die Schweiz. Zahlreiche Kuraufenthalte in Deutschland und Österreich verarbeitete Clementine Helm auch in ihren Romanen. Sie stand im regen Briefkontakt mit Künstlerin und Wissenschaftlern ihrer Zeit. Zum Freundeskreis der Familie zählten neben Wissenschaftlern, mit denen Ernst Beyrich sich umgab, auch mehrere Autoren wie Theodor Fontane, Otto Roquette und der Kunsthistoriker Friedrich Eggers.