Cristina Trivulzio Belgiojoso (* 28. Juni 1808 in Mailand; † 5. Juli 1871 in Locate) war eine italienische Freiheitskämpferin, Historikerin und Journalistin.
Leben
Cristina Trivulzio war Tochter von Gerolamo Trivulzio (1778–1812) und Vittoria dei Marchesi Gherardini (1790–1836). Mit 16 Jahren heiratete sie am 24. September 1824 in der Mailänder Kirche San Fedele den Prinzen Emilio Barbiano di Belgiojoso.
Sowohl die eigene Familie als auch die ihres Mannes gehörten den norditalienischen Rebellenkreisen an, die das Land von der österreichisch-habsburgischen Fremdherrschaft befreien wollten. Auch Cristina Trivulzio Belgiojoso begeisterte sich für diese Ideen. Nach vier Jahren verließ sie ihren Mann und widmete sich ganz der Freiheitsbewegung, dem Risorgimento. Trivulzio Belgiojoso verfasste Pamphlete des Widerstandes und war als Botin und Passfälscherin aktiv. Vor der Verfolgung durch die Leute des österreichischen Staatskanzlers Metternich floh sie unter abenteuerlichen Umständen nach Marseille, wo sie von der Gemeinde der italienischen Emigranten aufgenommen wurde.
1831 zog sie von dort weiter nach Paris. Ihr dortiger literarisch-politischer Salon in der Rue d’Anjou wurde zum Anziehungspunkt für Exil-Italiener. Dort lernte sie unter anderen Lafayette und im März 1833 Heinrich Heine kennen.
Unter den italienischen Exilanten gab es oft Richtungsstreitigkeiten über die politische Zukunft Italiens. So war des Marcheses Giuseppe Arconati Visconti Ehefrau Costanza (1800–1871) eine erbitterte Rivalin von Cristina Trivulzio Belgiojoso.