Domingo Faustino Sarmiento Albarracín (* 15. Februar 1811 in San Juan; † 11. September 1888 in Asunción, Paraguay) war von 1868 bis 1874 Präsident von Argentinien.
Politische Funktionen
Bereits in jungen Jahren sprach Sarmiento sich gegen die Diktatur Juan Manuel de Rosas’ aus, worauf er für mehrere Jahre ins Exil nach Chile, Europa und in die USA ging. Während dieser Zeit schrieb er als Journalist gegen das Regime in seinem Heimatland an.
Nach dem Ende von Rosas’ Herrschaft kehrte Sarmiento nach Argentinien zurück und übernahm nacheinander mehrere lokale Verwaltungsämter. Bereits in diesen Funktionen setzte er sich für einen Ausbau des Bildungswesens ein und begann eine Landreform zu entwerfen. Immer wieder geriet er damit in Konflikte mit Großgrundbesitzern. Von 1862 bis 1864 war er Gouverneur der Provinz San Juan. Von 1864 bis 1868 war er Minister und ab 1865 zusätzlich kurzzeitig Gesandter in Chile und Peru. 1868 übernahm er das Amt des Botschafters in den USA, kehrte aber noch im gleichen Jahr nach Argentinien zurück. Noch auf hoher See erhielt er die Nachricht, dass er am 16. August 1868 zum Präsidenten gewählt worden war. Sarmiento sprach Englisch und Französisch und bekam auch die Ehrendoktorwürde der Universitäten von Michigan und Brown. Seine beachtliche Bildung erreichte er weitgehend als Autodidakt.
Er übernahm das Amt des Präsidenten am 12. Oktober 1868 von Bartolomé Mitre. Zu dieser Zeit befand sich Argentinien mit Paraguay im Krieg, der bis 1870 dauern sollte, und außerdem in heftigen inneren Auseinandersetzungen um einen föderalistischen oder zentralistischen Staatsaufbau. Am 23. August 1873 wurde ein Attentat auf Sarmiento verübt, weil er mehrmals in der Provinz Entre Ríos gegen López Jordán vorgegangen war.