Autor
E. D. Morel
Britischer Journalist, Autor und sozialistischer Politiker
- Geboren
- 10. Juli 1873, Paris
- Gestorben
- 12. November 1924, Bovey Tracey
- Staatsangehörigkeit
- Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland und Frankreich
- Beruf
- Journalist, Politiker, Schriftsteller, Menschenrechtler und Sozialist
Leben und Werk
Edmund Dene Morel, eigentlich Georges Edmond Pierre Achille Morel de Ville (* 10. Juli 1873 in Paris; † 12. November 1924 auf einer Farm in der Nähe von Bovey Tracey, Devon), war ein britischer Journalist, Autor, Politiker und Menschenrechtsaktivist. Die wesentlich von ihm initiierte und erfolgreich geführte Kampagne gegen die Kongogräuel war die erste Menschenrechtsbewegung des 20. Jahrhunderts.
Die ersten Jahre
Edmund Dene Morel wurde 1873 in Paris geboren. Seine Mutter war Engländerin, sein Vater Franzose, der jedoch früh verstarb. Morel selbst beherrschte beide Sprachen fließend. Um etwas Geld zu verdienen und so seine Mutter zu unterstützen, begann er freiberuflich für verschiedene Zeitungen über den Handel mit Afrika zu schreiben. Mit Anfang 20 nahm er eine Stelle bei der britischen Reederei Elder Dempster an, die das Monopol für den Handel mit dem Kongo-Freistaat besaß. Dass Morel die Stelle bekam, lag in seiner Biographie begründet (Afrika-Kenntnisse, gute Ausbildung, Französisch-Kenntnisse). 1896 heiratete er eine Britin, lebte in England, nahm die britische Staatsbürgerschaft an und firmierte ab da nur noch mit den Initialen E. D. Morel.
Kampf gegen das Zwangsarbeitssystem im Kongo-Freistaat
Elder Dempster besaß das Monopol für den Handel mit dem Kongo-Freistaat. Dieser war Privatbesitz des belgischen Königs Leopold II. Morel hatte aufgrund seiner Arbeitsstellung Akteneinsicht in die Tätigkeiten der Gesellschaft. Als er mit eigenen Augen entdeckte, wie Schiffe, die in den Kongo ausfuhren, praktisch nur mit Waffen beladen wurden, wurde er misstrauisch und begann nachzuforschen. Er entdeckte, dass im Kongo Sklavenarbeit und Zwangsarbeit zur Herstellung von Kautschuk betrieben wurde (sogenannte Kongogräuel; etwa zehn Millionen Afrikaner starben). In der Folgezeit wurde Morel zum größten Kritiker der Zwangsarbeitersituation im Kongo: Er gründete die Congo Reform Association, war Redakteur der von ihm ins Leben gerufenen Zeitung West African Mail, schrieb mehrere Bücher und hielt unzählige Vorträge. Einer seiner Partner in der Congo Reform Association war der Ire Roger Casement, der einen offiziellen Bericht (Casement-Bericht) über die Situation im Kongo-Freistaat für das Vereinigte Königreich verfasste. Beiden gelang es in der ersten modernen Menschenrechtskampagne, eine überwältigende Mehrheit der Bürger im Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten (im restlichen Europa war der Erfolg zwar durchaus sehenswert, jedoch trotz allem geringer) gegen die Verhältnisse im Kongo zu mobilisieren. Dabei setzten sie auch auf eine neue Erfindung: Die Fotografie, die viele Beispiele der Grausamkeiten darstellte. Bekannt wurde beispielsweise das von Morel veröffentlichte Foto Nsala of Wala in the Nsongo District (Abir Concession). Der Druck der Öffentlichkeit wurde mit der Zeit so stark, dass Leopold II. im März 1908 seinen geliebten Privatbesitz zu einem überhöhten Preis offiziell an den Staat Belgien verkaufen musste. In der Folgezeit verbesserte sich die Situation für die Afrikaner, worauf die Aktion von Morel 1913 feierlich für beendet erklärt und der Sieg ausgerufen wurde.
Text: “Edmund Dene Morel”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

