Edvard Alexander Westermarck (* 20. November 1862 in Helsinki; † 3. September 1939 in Tenala; Schreibweisen auch: Edward, Eduard) war ein finnischer Philosoph, Soziologe und Ethnologe. Er gilt als Begründer der finnischen Soziologie und hatte bedeutenden Einfluss auf die späteren Soziologen seines Landes. The Westermarck Society, die wissenschaftliche Gesellschaft für Soziologie in Finnland, ist nach ihm benannt.
Leben
Westermarck lehrte an der London School of Economics sowie in Helsinki. Zu seinen Schülern zählen Gunnar Landtman und Rafael Karsten.
Seine Schwester war die Künstlerin Helena Westermarck.
Westermarck-Effekt
Nach ihm ist der Westermarck-Effekt benannt. Dieser besagt, dass zwei Menschen, unabhängig davon, ob sie miteinander verwandt sind oder nicht, sich später als nicht sexuell anziehend empfinden, wenn sie längere Zeit in großer Nähe zueinander aufgewachsen sind. Der evolutionäre Sinn des Effekts läge darin, Inzucht zwischen Geschwistern – die häufig einen großen Teil der Kindheit miteinander verbringen – zu vermeiden. Die Exogamie biete einen biologischen Selektionsvorteil, es handle sich um kein kulturelles Phänomen.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Finnisch:
Siveys ja kristinusko: Esitelmä. Ylioppilasyhdistys Prometheus, Helsinki 1907.
Avioliiton historia. WSOY, Porvoo 1932.
Moraalin synty ja kehitys. WSOY, Porvoo 1933.
Kristinusko ja moraali. Otava, Helsinki 1984.
Tapojen historiaa: Kuusi akadeemista esitelmää. Pitänyt Turussa syksyllä 1911 Edward Westermarck. 2. Auflage. Helsinki 1991.
Schwedisch:
Minnen ur mitt liv. Stockholm 1927.