Emilia Pardo Bazán (* 16. September 1851 in A Coruña; † 12. Mai 1921 in Madrid) war eine spanische Schriftstellerin und Feministin.
Leben
Emilia Pardo Bazán wuchs in Galicien in einer wohlhabenden Familie auf; ihre Eltern waren José Pardo Bazán y Mosquera und Amelia de la Rúa Figueroa y Somoza. Ihre Mutter vermittelte ihr das Interesse an Literatur. Bereits mit neun Jahren begann sie zu schreiben. 1868 heiratete sie mit 17 Jahren den Jurastudenten José Fernando Quiroga y Pérez de Deza. Nach der Wahl ihres Vaters zum Abgeordneten des spanischen Parlaments zog die ganze Familie einschließlich des jungen Ehepaars nach Madrid. Nach den politischen Turbulenzen, die zum vorläufigen Ende der Monarchie in Spanien führten, zog sich der Vater aus der Politik zurück, und die Familie ging nach Frankreich. Von hier aus unternahm Emilia Pardo Bazán zahlreiche Reisen durch Europa, lernte Englisch und Deutsch und entdeckte die französische Literatur, die sie stark beeinflussen sollte.
Nach der Rückkehr nach Spanien begann ihr literarisches Schaffen mit einer literaturkritischen Arbeit über Feijoo, für den sie 1876 ihren ersten Preis bei einem Essaywettbewerb in Ourense gegen ihre Mitbewerberin Concepción Arenal erhielt. Im selben Jahr wurde das erste ihrer drei Kinder geboren, dem sie ihren einzigen Gedichtband mit dem Titel Jaime widmete.
Ihr erster Roman war Pascual López, den sie im Geburtsjahr ihrer Tochter Blanca schrieb. Wegen eines Leberleidens machte sie 1880 eine Kur in Vichy, wo sie den Naturalismus Zolas kennenlernte und mit Victor Hugo zusammentraf. Nach ihrer Rückkehr veröffentlichte sie einen Roman mit dem Titel Un viaje de novios, in dem sie ihre Erlebnisse in Vichy verarbeitet. Berühmt wurde ihr Prolog dazu, in dem sie dafür plädierte, den spanischen Realismus mit dem französischen Naturalismus zu verbinden. In Spanien erregte das Werk großes Aufsehen; man glaubte nicht, dass es eine Frau geschrieben habe und vermutete hinter ihrem Namen ein Pseudonym. Ihr Werk Una cuestión palpitante (Ein akutes Problem) mit theoretischen Artikeln zum Naturalismus löste einen öffentlichen Skandal aus, weshalb ihr Mann sie zur Beendigung ihrer literarischen Tätigkeit aufforderte. Hieraus resultierte eine Ehekrise, die 1884 zur Trennung von ihrem Mann führte. In diesem Jahr reiste sie zur Weltausstellung nach Paris, wo sie mit den literarischen Zirkeln in Berührung kam; sie verkehrte mit Mallarmé, Bourget, Barrès, mit den Goncourts, Zola und Daudet.