Porträt von Enrico Corradini
Foto: unbekannter Urheber · CC BY 3.0 it · Wikimedia Commons

Autor

Enrico Corradini

Italienischer Schriftsteller und nationalistischer Politiker

Geboren
20. Juli 1865, Montelupo Fiorentino
Gestorben
10. Dezember 1931, Rom
Staatsangehörigkeit
Königreich Italien
Beruf
Schriftsteller, Politiker, Journalist, Philosoph und Dramatiker

Leben und Werk

Enrico Corradini (* 20. Juli 1865 in San Miniatello; † 10. Dezember 1931 in Rom) war ein italienischer Schriftsteller, Politiker, herausragender Publizist und Ideologe des italienischen Nationalismus. 1910 gründete er die erste nationalistische Partei Italiens – Associazione nationalista Italiana (ANI), deren Vorsitzender er bis 1914 war. 1922 war er maßgeblich am Zusammenschluss dieser Partei mit Mussolinis Partito Nazionale Fascista beteiligt.

Biografie

Corradini erwarb 1888 einen Hochschulabschluss in Literaturwissenschaft, schrieb einige Theaterstücke und verfasste einige Romane. Seine journalistische Tätigkeit widmete er vor allem der Verbreitung seiner nationalistischen Ideen. Er war Mitgründer der Zeitschrift L’Idea Nazionale, in der er für den Eintritt Italiens in den Ersten Weltkrieg und eine imperialistisch-nationalistische Politik Italiens warb. Die Zeitschrift wurde maßgeblich vom Industriekonzern Ansaldo finanziert, mit dem Corradini während des Krieges enge Verbindungen aufgenommen hatte, und erschien bis 1925.

Nach der von ihm leidenschaftlich vorangetriebenen Fusion der nationalistischen Partei mit den Faschisten zum Partito Nazionale Fascista 1922, er war das einzige führende Parteimitglied der ANI, das sich bis zuletzt für einen Zusammenschluss mit den Faschisten starkmachte, wurde er nach der Machtübernahme Mussolinis von König Viktor Emmanuel III. 1923 zum Senator ernannt. In der Folge gehörte er verschiedenen Parlamentskommissionen an und teilte immer weniger den offensichtlichen Abbau des liberalen Staates und gleichzeitigen Aufbau eines totalitären Regimes, wie aus dem erst in den 1960er Jahren veröffentlichten Schriftwechsel mit seinem Weggefährten Luigi Federzoni, dem Senatspräsidenten, bekannt wurde. Mit seiner Ernennung zum Staatsminister 1928 war er politisch praktisch isoliert und konnte keine Akzente in der Politik des Regimes mehr setzen. In der Folgezeit verlor er jeglichen Einfluss auf die Regierungspolitik.

Text: “Enrico Corradini”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Enrico Corradini

1 buch