Autor

Erich von Mendelssohn

Deutscher Schriftsteller, Dichter und Übersetzer

Geboren
19. Juli 1887, Tartu
Gestorben
17. Juni 1913, Helsingör
Staatsangehörigkeit
Deutsches Kaiserreich
Beruf
Schriftsteller und Übersetzer

Leben und Werk

Erich von Mendelssohn (* 6. Julijul. / 18. Juli 1887greg. in Dorpat, Russisches Kaiserreich; † 17. Juni 1913 in Helsingör) war ein deutscher Schriftsteller, Dichter und Übersetzer. Er gehörte zur deutsch-jüdischen Kaufmanns-, Gelehrten- und Künstlerfamilie Mendelssohn aus Jever, die auf Moses Mendelssohn (nicht identisch mit dem namensgleichen Philosophen Moses Mendelssohn) zurückgeht.

Leben

Sein Vater war der Professor Ludwig Mendelssohn, seine Mutter Alexandrine von Cramer, Tochter eines estländischen Gutsbesitzers, sein Sohn der Schriftsteller Harald von Mendelssohn, sein Bruder der Hellerauer Kunsthandwerker Georg Mendelssohn, seine Schwester die Graphologin und Schriftstellerin Anja (von) Mendelssohn (später: Ania Adamkiewicz-Mendelssohn, dann Ania Teillard), sein Onkel der Turnpädagoge Salomon Mendelssohn.

Im Landerziehungsheim

Nach dem Tod des Vaters 1896 siedelte die Familie nach Jena über, wo Erich von Mendelssohn das Gymnasium besuchte. Als Obertertianer kam er in das neugegründete Landerziehungsheim Haubinda in Thüringen, wo er einer der ersten Schüler des Reformpädagogen Paul Geheeb war, zu dem seine Mutter bereits in dessen Jenaer Studienzeit einen engen Kontakt gehabt hatte. In Haubinda wurde Mendelssohn auch vom Schulgründer Hermann Lietz unterrichtet. Obwohl Mendelssohn von Lietz geschätzt wurde, litt er unter dessen autoritärem Erziehungsstil, sowie den regelmäßigen Repressalien des Schulalltags in Haubinda. Seine engsten Schulfreunde waren die späteren Schriftsteller Bruno Frank und Wilhelm Speyer. Die Erlebnisse in Haubinda verarbeitete Mendelssohn in seinem 1913 geschriebenen letzten Roman Nacht und Tag. Darin ist der despotische Schulleiter Dr. Leutelt unschwer als Hermann Lietz zu erkennen. Er wird beschrieben als launenhaft und unbeherrscht, oft geradezu herrisch, der Demagoge des deutschen Erziehungsstaates; die meisten Schüler hatten Angst vor ihm und er unterdrückte besonders diejenigen, die seiner Pädagogik der Abhärtung nicht folgen wollten oder konnten. Lietz versuchte, dieses Porträt durch Mitschüler – also nicht durch ihn selbst – diskreditieren zu lassen, aber Mendelssohn, der unmittelbar vor der Veröffentlichung des Romans starb, erhielt Unterstützung gerade von den Ehemaligen, die Lietz nur allzu deutlich wiedererkannten. Erich von Mendelssohn hat vor Ende des Schuljahres 1904 das Landerziehungsheim verlassen, weil seine Leistungen nicht überzeugend waren.

Text: “Erich von Mendelssohn”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Erich von Mendelssohn

1 buch