Ernst Hello, auch Ernest Hello, (* 4. November 1828 in Lorient, Frankreich; † 14. Juli 1885 ebenda) war ein französischer Schriftsteller und Philosoph und bedeutender Pionier des Renouveau catholique.
Leben
Ern(e)st Hello war der Sohn eines Rechtsanwalts mit wichtigen Funktionen in Rennes und Paris. Dort schloss er mit Auszeichnung den Besuch am berühmten Collège Louis le Grand ab, studierte Jura und wurde ebenfalls Rechtsanwalt, vertrat aber Mandanten ohne Honorar, wenn er von ihrer Sache überzeugt war. Um nicht Unrecht vertreten zu müssen, wandte er sich unter dem Einfluss z. B. von Joseph de Maistre, Jean Baptiste Henri Lacordaire und Jules Amédée Barbey d’Aurevilly autodidaktisch der Theologie, Philosophie und Schriftstellerei zu. Sein geistiges Ringen schrieb er zuerst in seinem Tagebuch Du Neant à Dieu (1921, ‚Vom Nichts zu Gott‘) nieder. 1857 heiratete er seine zehn Jahre ältere Freundin, die Schriftstellerin Zoë Berthier (Pseudonym: Jean Lander), welche auch seine wichtigste Mitarbeiterin wurde. 1859 gründete er die Zeitung Le Croisé („Der Kreuzzug“), die zu seiner größten Enttäuschung nach zwei Jahren an Streitigkeiten mit seinem Mit-Herausgeber scheiterte. Danach veröffentlichte er viel in anderen Publikationen, in ganz Frankreich, Belgien und New Orleans. Lebenslang von Missachtung und Krankheit geplagt und von seiner Ehefrau hingebungsvoll gepflegt, zog er sich auf den Gutshof Keroman bei Lorient, in seinem Heimatort in der Bretagne zurück, den er von seinem Vater geerbt hatte und wo in einem Turm sein Arbeitszimmer eingerichtet war.