Eugène Emmanuel Viollet-le-Duc (* 27. Januar 1814 in Paris; † 17. September 1879 in Lausanne, Schweiz) war ein französischer Architekt, Denkmalpfleger und Kunsthistoriker. Er erlangte Berühmtheit durch seine Restaurierungen mittelalterlicher Bauwerke und seine wissenschaftlichen Arbeiten zur Architekturgeschichte. Er gilt als Wegbereiter des Jugendstils.
Leben
Eugène Viollet-le-Ducs einer Großvater war Architekt, sein Vater Emmanuel Louis Nicolas Viollet-le-Duc ein hochrangiger Beamter, der 1816 der Inspekteur der königlichen Residenzen Ludwigs XVIII. geworden war. Sein Onkel Étienne-Jean Delécluze war Maler und Autor.
Viollet-le-Duc wurde Schüler von Jacques-Marie Huvés und Achille Leclères. Er studierte 1836–1837 in Italien und Sizilien, insbesondere in Rom und Taormina, die Reste der antiken Kunst. Auch im Süden von Frankreich machte er eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Zeichnungen von historischen Monumenten.
Ab den frühen 1840er Jahren trug er erheblich zur Restaurierungsbewegung mittelalterlicher Bauten in Frankreich bei. Von Prosper Mérimée wurde er 1840 beauftragt, die Abteikirche von Vézelay zu restaurieren. Dies war der Beginn einer langen Reihe von Restaurierungsarbeiten (Notre-Dame in Paris, Kathedralen von Saint-Denis, Amiens, Reims, Clermont-Ferrand, die Befestigungsanlagen von Carcassonne, Basilika Saint-Sernin in Toulouse, Schloss Pierrefonds, Schloss Roquetaillade etc.), aufgrund derer Viollet-le-Duc zum führenden Restaurator in Frankreich wurde. Er war nie Generalinspektor der historischen Denkmäler in Frankreich, wurde aber 1853 Oberaufseher aller Sakralbauten Frankreichs (Inspecteur général des édifices diocésains).