Felix Timmermans (* 5. Juli 1886 in Lier bei Antwerpen; † 24. Januar 1947 ebenda) war ein flämischer Schriftsteller und Maler.
Leben
Felix Timmermans wurde als 13. Kind eines Spitzenhändlers geboren. Sein Vater hatte ihn zwar als Geschäftsnachfolger ausersehen, doch bereits 1903 schrieb er erste Gedichte und betätigte sich bald auch als Maler. Als junger Mensch geriet er in eine seelische Krise, befasste sich mit Spiritismus, Okkultismus und anderen Ideologien, fand aber nirgendwo eine geistige Heimat. Diese Zeit spiegelt sich in der Novellensammlung Dämmerungen des Todes (1911, dt. 1978) wider.
Eine Krankheit brachte die Wende, deren künstlerisches Ergebnis war der Roman Pallieter. Diese Schilderung des Lebens eines jungen Mannes, voll von deftigen, oft derben Schelmereien, doch auch voll Volksfrömmigkeit, und zugleich ein Porträt der flämischen Landschaft und ihrer Bewohner, wurde sein bekanntestes Werk (1916, dt. 1921).
1917 folgte Das Jesuskind in Flandern, eine Geschichte, die die Geburt Jesu – in der Tradition flämischer Maler, besonders Pieter Brueghels – in seine flämische Heimat verlegt (dt. 1919). Sein Das Triptychon von den heiligen drei Königen wird auch als Theater- oder Puppenspiel aufgeführt.
Für ein vom Insel Verlag geplantes Flämisches Novellenbuch schrieb Timmermans 1918 Die sehr schönen Stunden von Jungfrau Symforosa, dem Beginchen, die Liebesgeschichte einer Begine, deren unerfüllbare Liebe im Verzicht ihre Erfüllung findet. In Holland hielt er ab 1918 erste Vorträge und Lesungen. 1922 erhielt er den Staatspreis für Literatur.