Porträt von Fiódor Dostoiévski
Foto: Vasily Perov · Wikimedia Commons

Autor

Fiódor Dostoiévski

Russischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts

Geboren
30. Oktober 1821, Mariinsky Hospital for the Poor
Gestorben
28. Januar 1881, Sankt Petersburg
Staatsangehörigkeit
Russisches Kaiserreich
Beruf
Übersetzer, Dichter, Romancier, Essayist und Kurzgeschichtenautor
Strömung
Realismus
Wichtige Werke
Aufzeichnungen aus dem Kellerloch · Schuld und Sühne · Der Idiot · Die Dämonen · Die Brüder Karamasow · Aufzeichnungen aus einem Totenhaus · Der Spieler · Arme Leute

Leben und Werk

Fjodor Michailowitsch Dostojewski (auch Dostojewskij, in Originalschreibweise Ѳедоръ Михайловичъ Достоевскій, [ˈfʲodər mʲɪˈxajləvʲɪtɕ dəstʌˈjɛfskʲɪj], wissenschaftliche Transliteration Fëdor Mihajlovič Dostoevskij; * 30. Oktoberjul. / 11. November 1821greg. in Moskau; † 28. Januarjul. / 9. Februar 1881greg. in Sankt Petersburg) war ein russischer Schriftsteller.

Seine schriftstellerische Laufbahn begann 1844; die Hauptwerke, darunter Schuld und Sühne, Der Idiot, Die Dämonen und Die Brüder Karamasow, entstanden in den 1860er und 1870er Jahren. Dostojewski schrieb neun Romane, zahlreiche Novellen und Erzählungen und ein umfangreiches Korpus an nichtfiktionalen Texten. Das bedeutende literarische Werk beschreibt die politischen, sozialen und spirituellen Verhältnisse zur Zeit des Russischen Kaiserreiches, das sich im 19. Jahrhundert fundamental im Umbruch befand. Dostojewski war ein genauer Beobachter der Konflikte, die den Menschen mit Beginn der Moderne bewegten. Ein zentrales Thema seiner Werke war die menschliche Seele, deren Bewegungen, Zwänge und Befreiungen er eindrucksvoll mit den Mitteln der Literatur erforschte; Dostojewski gilt als einer der herausragenden Psychologen der Weltliteratur. Fast sein gesamtes Romanwerk erschien in Form von Feuilletonromanen und weist darum die für dieses Genre typischen kurzen Spannungsbögen auf, wodurch es trotz seiner Vielschichtigkeit und Komplexität selbst für unerfahrene Leser leicht zugänglich ist. Seine Bücher wurden in mehr als 170 Sprachen übersetzt.

In der zweiten Hälfte der 1840er Jahre stand Dostojewski dem Frühsozialismus nahe und nahm an Treffen des revolutionären Petraschewski-Zirkels teil. Dies führte 1849 zu seiner Festnahme, Verurteilung zunächst zum Tode und dann – nach Umwandlung der Strafe – zu Haft und anschließendem Militärdienst in Sibirien. Nach der Entlassung 1859 begann er zunächst mit kleineren Arbeiten und dann mit den Aufzeichnungen aus einem Totenhaus seine Reputation als Schriftsteller wiederherzustellen. Mit seinem Bruder Michail gründete er zwei Zeitschriften (Wremja und Epocha). Die erste wurde verboten; der Ruin der zweiten zwang ihn zur Flucht vor den Gläubigern ins Ausland, wo er drei Jahre lang blieb. Dostojewski litt an Epilepsie und war einige Jahre der Spielsucht verfallen. Während seine Zeitgenossen Lew Tolstoi, Iwan Turgenew und Iwan Gontscharow unter Bedingungen materieller Sorglosigkeit schreiben konnten, waren die äußeren Umstände von Dostojewskis Schreibtätigkeit fast zeitlebens von finanzieller Not geprägt. In den letzten zehn Jahren seines Lebens lebte er in finanziell geordneten Verhältnissen und genoss Anerkennung im ganzen Land.

Text: “Fjodor Michailowitsch Dostojewski”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

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