Francis La Flesche (* 1857; † 1932) war Omaha und amerikanischer Ethnologe. Heute gilt La Flesche als erster indigener Ethnologe Nordamerikas.
Kindheit
Francis La Flesche wurde 1857 als Sohn von Tainne und Joseph La Flesche (auch Chief Iron Eye) auf der Reservation der Omaha geboren. Zu seinen Geschwistern zählen Susette „Bright Eyes“ La Flesche Tibbles und Susan La Flesche Picotte.
Mit acht Jahren wurde Francis La Flesche auf die Missionsschule geschickt. Seine dortigen Erlebnisse verarbeitete er später in dem Buch „The Middle Five“. Nachdem die Missionsschule 1869 wieder schließen musste, kehrte Francis La Flesche auf das Reservat der Omaha zurück. In dieser Zeit nahm Francis La Flesche auch an wichtigen gesellschaftlichen und religiösen Ereignissen der Umoⁿhoⁿ teil. So lernte er von Kindesbeinen an die Kultur der Omaha zu leben.
Berufsleben
Als junger Mann auf dem Reservat der Omaha assistierte Francis La Flesche dem Ethnologen George Dorsey bei seiner Feldforschung. Durch Dorsey lernte er die Möglichkeiten kennen, Geschichte, Kultur, Musik und Gegenstände zu dokumentieren und für spätere Generationen zu bewahren.
Francis La Flesche begleitete Bright Eyes und den Ponca Häuptling Standing Bear auf ihrer Vortragsreise an der Ostküste der Vereinigten Staaten und in Europa, die auf ein Grundsatzurteil folgte, das U.S. District Court Richter Elmer Dundy im Verfahren Standing Bear 1879 sprach. Es entschied, dass ein Indianer nach dem Gesetz genauso eine Person mit allen Rechten sei, wie alle anderen Bürger.