Fritz Reuter, eigentlich: Heinrich Ludwig Christian Friedrich Reuter (* 7. November 1810 in Stavenhagen; † 12. Juli 1874 in Eisenach), war ein deutscher Dichter und Schriftsteller der niederdeutschen Sprache. Er gilt gemeinsam mit Klaus Groth als einer der Begründer der neueren niederdeutschen Literatur.
Kindheit in Mecklenburg
Fritz Reuter wurde im Rathaus der mecklenburgischen Kleinstadt Stavenhagen geboren, wo seine Eltern wohnten. Sein Vater war Stavenhagens Bürgermeister und Stadtrichter Georg Johann Reuter (1776–1845) und die Mutter Johanna (1787–1826), Tochter des Bürgermeisters und Stadtrichters von Tribsees, Nikolaus Gottfried Bernhard Ölpke (1740–1792). Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes 1812 war Reuters Mutter lebenslang gelähmt, der Junge verstarb im Alter von knapp zwei Jahren. Aus zahlreichen vor- und außerehelichen Beziehungen des Vaters hatte Fritz Reuter vier Halbschwestern, von denen zwei später legitimiert wurden.
Fritz Reuter besuchte zwischenzeitlich als einziger Junge eine Mädchenschule, wurde sonst aber bis zum 13. Lebensjahr von Eltern, Verwandten und Bekannten zu Hause unterrichtet. Mit 14 Jahren lernte er dann, zusammen mit seinem Vetter August Reuter, an der Gelehrtenschule in Friedland. Reuters Leistungen in der Schule waren schlecht, was sein Vater darauf zurückführte, dass es dem Sohn an Disziplin mangele. Der junge Reuter wollte gern Maler werden, und so sagte ihm neben dem Turnen als einziges Schulfach das Zeichnen zu. Über das Turnen, populär durch den Turnvater Jahn, und seinen Lehrer Karl Horn (Mitglied der Lützower Jäger) begegnete Fritz Reuter den Ideen der Urburschenschaft. Dadurch wurde die Grundlage seiner demokratischen Gesinnung geprägt, die seinen Lebenslauf nachhaltig beeinflussen sollte.