Porträt von Gabriel Hanotaux
Foto: Agence de presse Meurisse · Wikimedia Commons

Autor

Gabriel Hanotaux

Französischer Außenminister

Geboren
19. November 1853, Beaurevoir
Gestorben
11. April 1944, Paris
Staatsangehörigkeit
Frankreich
Beruf
Politiker, Historiker, Diplomat und Journalist

Leben und Werk

Albert Auguste Gabriel Hanotaux (* 9. November 1853 in Beaurevoir, Département Aisne; † 11. April 1944 in Paris) war ein französischer Historiker und Politiker.

Leben

Gabriel Hanotaux wurde nach seiner Ausbildung in Saint-Quentin und Paris 1880 auf Anraten seines Mentors Gabriel Monod Lehrbeauftragter an der École pratique des hautes études. Hauptberuflich war er seit 1879 im Außenministerium tätig (unter anderem als Botschaftssekretär in Konstantinopel). Nachdem er 1886 erstmals zum Abgeordneten gewählt wurde (1889 verfehlte er dieses Ziel), wurde er 1894 Außenminister in der Regierung Dupuy II. Er gehörte direkt anschließend bis 1895 auch den Kabinetten Dupuy III und Ribot III an. Von 1896 bis 1898 war er erneut Außenminister, diesmal im Kabinett Méline. In die Amtszeit Hanotaux' fielen die Dreyfus-Affäre und die Faschoda-Krise.

Hanotaux, der dem republikanischen Lager angehörte, schrieb Arbeiten über Richelieu, Jeanne d’Arc und Ferdinand Foch sowie eine bedeutende Zeitgeschichte Frankreichs (1903–1908).

Hanotaux war zweimal verheiratet; zum ersten Mal 1905 mit Victorine Négadelle, die allerdings kurz nach der Hochzeit starb. Die zweite Ehe schloss er 1913 mit Marie de la Crompe de la Boissière, die 1952 starb. Beide Ehen blieben kinderlos.

Hanotaux war mit Adrien Proust befreundet, einem Pariser Chefarzt und Medizinprofessor, mit dem er in einer Kommission zur Vorbereitung internationaler Gesundheitskonferenzen saß, die 1907 zur Gründung des Office International d’Hygiène Publique (OIHP) führte, einer Vorläuferbehörde der Weltgesundheitsorganisation. Hanotaux wurde zu einem Mentor von dessen Sohn Marcel Proust und brach durch Fürsprache den Widerstand des Vaters gegen seine beabsichtigte Schriftstellerkarriere. Als respektable Ausgangsposition verschaffte er dem 24-Jährigen 1895 eine unbezahlte Teilzeitstelle als Bibliothekar in der Bibliothèque Mazarine. In Prousts Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit nimmt diese Mentorenstelle für den Ich-Erzähler der Diplomat Marquis de Norpois ein. Insoweit ist Hanotaux in die Romanfigur mit eingeflossen, deren Hauptvorbild allerdings der ebenfalls mit Prousts Eltern befreundete Diplomat Camille Barrère war.

Text: “Gabriel Hanotaux”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Gabriel Hanotaux

1 buch