Gerhart Johann Robert Hauptmann (* 15. November 1862 in Ober Salzbrunn; † 6. Juni 1946 in Agnetendorf) war ein deutscher Dramatiker und Schriftsteller aus Schlesien. Er gilt als der bedeutendste deutsche Vertreter des Naturalismus, integrierte aber auch andere Stilrichtungen in sein Schaffen. 1912 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
Kindheit und Jugend
Gerhart Hauptmanns Eltern waren Marie Hauptmann, geborene Straehler (1827–1906) und Robert Hauptmann (1824–1898). Die Eltern betrieben am Ort ein Hotel. Hauptmann hatte drei ältere Geschwister: Georg (1853–1899), Johanna (1856–1943) und Carl (1858–1921). In der Nachbarschaft war der junge Hauptmann als fabulierfreudig bekannt. Seinen Rufnamen Gerhard änderte er später in Gerhart.
Ab 1868 besuchte er die Dorfschule und ab dem 10. April 1874 die Realschule in Breslau, für die er die Eignungsprüfung nur knapp bestanden hatte. Hauptmann hatte Schwierigkeiten, sich in die neue Umgebung der Großstadt einzuleben. Gemeinsam mit seinem Bruder Carl wohnte er zunächst in einer heruntergekommenen Schülerpension, ehe sie bei einem Pastor unterkamen. Darüber hinaus bereitete ihm der autoritär geprägte Schulalltag Probleme. Vor allem störten ihn die Härte der Lehrer und die Besserbehandlung der adligen Mitschüler. Eine daraus resultierende Abneigung und zahlreiche Krankheiten, die ihn vom Unterricht abhielten, führten dazu, dass Hauptmann das erste Jahr wiederholen musste. Er schloss sich einem „Jünglingsbund“ an, der utopische Pläne entwickelte. Eine neue Gesellschaftsordnung sollte geschaffen werden, geprägt von Nacktkultur und Liebesfreiheit, fern von den Zwängen und Vorurteilen der wilhelminischen Gegenwart. „Der Leitsatz, der uns immer begleitete, hieß: Rückkehr zur Natur.“ In Übersee sollte eine alternative Siedlung gegründet werden, ähnlich der freisinnigen Gemeinschaft, die Jahre später auf dem Monte Verità von Ascona entstand. Mit der Zeit lernte Hauptmann jedoch, Breslau aufgrund der Möglichkeit, das Theater zu besuchen, zu schätzen.