Porträt von Giuseppe Pitrè
Foto: unbekannter Urheber · Wikimedia Commons

Autor

Giuseppe Pitrè

Italienischer Arzt und Volkskundler (1841–1916)

Geboren
22. Dezember 1841, Palermo
Gestorben
10. April 1916, Palermo
Staatsangehörigkeit
Königreich Italien
Beruf
Anthropologe, Politiker, Arzt, Märchensammler und Schriftsteller
Wichtige Werke
Biblioteca delle tradizioni popolari siciliane · Sicilian Folk Medicine

Leben und Werk

Giuseppe Pitrè (* 22. Dezember 1841 in Palermo; † 10. April 1916 ebenda) war ein italienischer Arzt, Schriftsteller, Sammler, Volkskundler und Hochschullehrer.

Leben und Werk

Pitrè wuchs im Borgo, einem Stadtteil von Palermo, auf. Er war der Sohn des Seemanns Salvatore und der Maria Stabile. Als sein Vater 1847 in New Orleans an Gelbfieber verstarb, wuchsen Giovanni Pitrè und sein Bruder Antonio bei ihrem Großvater mütterlicherseits auf.

Mit dreizehn Jahren trat Pitrè in das Jesuitenkolleg in Palermo ein; 1860 kämpfte er als Freiwilliger in der Marine unter Garibaldi. Nachdem Pitrè 1865 das Medizinstudium abgeschlossen hatte, widmete er sich neben seinem Arztberuf der Literatur. Während er sich in Palermo mit seiner Kutsche von Patient zu Patient fahren ließ, verfasste er in seinem «ambulanten Studierzimmer» wissenschaftliche Studien zur italienischen Folklorekultur und erledigte seine umfangreiche Korrespondenz.

Pitrè erstellte von 1871 bis 1913 sein Hauptwerk, die Biblioteca delle tradizioni popolari siciliane (Bibliothek sizilianischer Volkstraditionen), eine Sammlung sizilianischer Dialektkultur in 25 Bänden. Den ersten Band widmete er seiner Mutter. Zudem schrieb Pitrè Essays über Goethe in Palermo und über die Göttliche Komödie. Pitrè heiratete 1877 Francesca Vitrano. Zusammen hatten sie drei Kinder.

In Florenz veröffentlichte Pitrè 1885 eine Sammlung toskanischer Geschichten. Er gründete zusammen mit Vincenzo Di Giovanni und Salvatore Salomone Marino (1847–1916) die Zeitschrift Archivio per lo studio delle tradizioni popolari und leitete diese bis kurz vor seinem Tod. 1894 veröffentlichte er eine grundlegende Bibliographie italienischer Volkstraditionen. Pitrè wurde 1890 zum Ehrenmitglied der neu gegründeten American Folklore Society unter dem Präsidium von Francis James Child ernannt.

Text: “Giuseppe Pitrè”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Giuseppe Pitrè

1 buch