Grete Meisel-Heß (* 18. April 1879 in Prag, Österreich-Ungarn; † 18. April 1922 in Berlin) verheiratete Gellert, war eine österreichische Schriftstellerin und Frauenrechtsaktivistin.
Leben
Meisel-Heß wuchs als Tochter eines wohlhabenden jüdischen Fabrikbesitzers in Wien auf. Sie besuchte Schulen in Prachatitz und ab 1894 in Wien und belegte danach in Wien als außerordentliche Gasthörerin Vorlesungen Philosophie, Soziologie und Biologie. Sie begann ab dem Jahr 1900 unter ihrem Geburtsnamen Romane, Novellen und Aufsätze zu veröffentlichen. Sie befasste sich dabei mit Sozial- und Sexualreformen, der Emanzipation der Frauen und Individualismus. Sie wandte sich deutlich gegen den 1903 veröffentlichten Bestseller Otto Weiningers Geschlecht und Charakter. Die herrschende Sexualmoral kritisierte sie als Doppelmoral und bezeichnete Prostitution als Auswirkung der sozialen Unfreiheit. Sie stand dem Bund für Mutterschutz nahe.
Im Jahr 1908 ging sie nach Berlin, wo sie ab 1909 mit dem Architekten Oskar Gellert in zweiter Ehe verheiratet lebte. Gegen Ende ihres Lebens befürwortete sie die „natürliche Rolle der Frau“ sowie Rassenhygiene. Gegen Ende ihres Lebens glaubte sie, sie könne seit langer Zeit nicht mehr das Haus verlassen, da "Geister" darauf lauerten, sie umzubringen. Ilse Reicke und Helene Friederike Stelzner konnten sie dann in die Charité bringen.