Guido Pieter Theodorus Josephus Gezelle (* 1. Mai 1830 in Brügge; † 27. November 1899 ebenda) gilt als der bedeutendste flämische Dichter des 19. Jahrhunderts.
Leben
Guido Gezelle wurde als Sohn von Monica Devrieze und Pieter Jan Gezelle geboren. Er kam mit einem überdurchschnittlich großen Kopf zur Welt und wurde deshalb unmittelbar nach der Geburt notgetauft und die Tauffeier später nachgeholt. Wegen Geldmangels der Eltern konnte Guido nicht in Brügge zur weiterführenden Schule gehen. Seine Eltern schickten ihn daraufhin nach Roeselare, wo er eine theologische Ausbildung erhielt. Im Jahr 1854 wurde er zum römisch-katholischen Priester geweiht. Er übte das Amt eines Lehrers aus, wo er sich vor allem für den Erhalt der niederländischen Sprache einsetzte. Das machte ihn bei vielen Kollegen unbeliebt. Guido Gezelle lebte von 1872 bis 1889 als Seelsorger in Kortrijk und verfasste dort auch Gedichte, die er veröffentlichen konnte.
Guido Gezelle starb im Alter von 69 Jahren. Das Grab befindet sich auf dem Centrale Begraafplaats seiner Heimatstadt Brügge. Außerdem wurde ihm im Ort mit dem Guido-Gezelle-Denkmal ein Denkmal gesetzt.
Werk
Von den literarischen Strömungen seiner Zeit ließ er sich kaum beeinflussen. Sein Werk Kerkhofblommen (Friedhofsblumen, 1858) wurde zum Ausgangspunkt der Wiedergeburt der flämischen Lyrik. Gezelles Dichtungen verbanden auf einzigartige Weise die traditionelle niederländische Literatursprache mit seinem eigenen westflämischen Dialekt. Er galt bald als einer der bedeutendsten flämischen Dichter des 19. Jahrhunderts.