Gustav Kobbé (* 4. März 1857 in New York City; † 27. Juli 1918 auf der Great South Bay vor Bay Shore auf Long Island) war ein New Yorker Kunst- und Musikkritiker. Er wurde durch seinen Opernführer The Complete Opera Book bekannt.
Herkunft, Ausbildung
Kobbé entstammte einer deutsch-amerikanischen Familie. Sein Vater, der Diplomat Wilhelm August Kobbé, hatte als Generalkonsul des Herzogtums Nassau in New York in eine anerkannte Ostküstenfamilie eingeheiratet und sich später dort als Kaufmann betätigt. Gustav Kobbé besuchte ebenso wie seine Geschwister bei Verwandten in Wiesbaden ab 1867 das Gymnasium und erhielt zusätzlich Unterricht in Kompositionslehre sowie Klavierunterricht. Nach seiner Rückkehr wurde die musikalische Ausbildung bei Joseph Mosenthal in New York fortgesetzt. Gustav Kobbé graduierte 1877 am Columbia College und 1879 erwarb er den Master an der Columbia Law School. 1882 heiratete er Carolyn Wheeler.
Musikkritiker
Kobbé wurde zunächst Mitherausgeber des Musical Review. 1882 berichtete er als Korrespondent aus Bayreuth für die New York World von der Erstaufführung des Parsifal. In der Folge veröffentlichte er Artikel und Beiträge zu Musikthemen in führenden amerikanischen Periodika wie The Century Magazine, Scribner's Magazine, The Forum, North American Review und anderen und wurde schließlich (langjähriger) Musikkritiker des von James Gordon Bennett junior herausgegebenen New York Herald.
Zum Zeitpunkt seines tragischen Todes stand er kurz vor Abschluss der Arbeiten an seinem postmortem erschienenen Hauptwerk The Complete Opera Book. Bis zum endgültigen Erscheinen dieses Werks waren jedoch noch erheblichen Korrekturen und Einfügungen erforderlich, die von Katharine Wright besorgt wurden. Soweit sie noch weitere Opern einfügte, machte sie diese eigenen Beiträge durch ihre Initialen am Ende der jeweiligen Beiträge deutlich.