Porträt von Gustav Nachtigal
Foto: Erwin Hanfstaengl · Wikimedia Commons

Autor

Gustav Nachtigal

Deutscher Afrikaforscher und kaiserlicher Generalkonsul

Geboren
23. Februar 1834, Eichstedt
Gestorben
20. April 1885, Cape Palmas
Staatsangehörigkeit
Königreich Preußen
Beruf
Forschungsreisender, Schriftsteller, Pflanzensammler, Botaniker und Afrikanist

Leben und Werk

Gustav Nachtigal (* 23. Februar 1834 in Eichstedt (Altmark); † 20. April 1885 vor der Küste Westafrikas) war ein deutscher Afrikaforscher und Beamter im auswärtigen Dienst des deutschen Kaiserreichs. Als Reichskommissar vollzog er die Gründung deutscher Kolonien in Westafrika.

Leben

Gustav Nachtigals Vater, der Pfarrer Carl Friedrich Nachtigal, starb schon 1839 an Tuberkulose. Nach dem Tod des Vaters wuchs Gustav Nachtigal in Stendal auf, wo er das Winckelmann-Gymnasium besuchte. Nach dem Abitur studierte er an der Friedrichs-Universität Halle, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Königlichen Universität zu Greifswald Medizin. Er wurde 1854 Corpsbursche der Palaiomarchia in Halle und bekam später auch das Band der Nassovia (1878) sowie die Corpsschleife der Pomerania (1877). Nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums wurde er 1858 Militärarzt der Preußischen Armee in Köln.

Tätigkeit in Nordafrika: 1863–1868

Nach einer Tuberkulose-Erkrankung begab sich Nachtigal zur Genesung nach Nordafrika. Er hielt sich zunächst in Algerien, ab 1863 in Tunis auf, wo er als Feldarzt am Feldzug gegen die aufständischen Stämme des Maghreb teilnahm und anschließend am Hof in Tunis Leibarzt des Beys wurde. Hier erlernte er auch die arabische Sprache. 1868 traf Nachtigal den Forscher Gerhard Rohlfs, der 1868 von König Wilhelm I. von Preußen mit der Übergabe von Geschenken an den Sultan von Bornu im heutigen Nigeria beauftragt worden war. Rohlfs übertrug diese Aufgabe an Nachtigal.

Die große Afrikareise: 1869–1874

Nachtigal brach am 17. Februar 1869 von Tripolis aus auf, durchquerte die Sahara, hielt sich in Fessan auf und ging dann in das vorher von keinem Europäer betretene Gebiet der Tibbu, das Land Tibesti. Die dort lebenden Teda bedrohten Nachtigal jedoch mit dem Tod und raubten ihn aus, so dass er nach Murzuk fliehen musste, wo er dann den Winter verbrachte. In Murzuk traf Nachtigal mit der niederländischen Afrikaforscherin Alexine Tinne zusammen. Im Juli 1870 erreichte er Kuka, die Residenz des Sultans von Bornu, und überreichte diesem die Geschenke des preußischen Königs. Nachtigal bereiste danach die Region Kanem und Borkou und kehrte im Januar 1872 wieder nach Kuka zurück. Darauf wendete er sich nach Bagirmi und in die südlichen, damals noch von Heiden bewohnten Gebiete. Nachdem er im Herbst 1872 wieder nach Kuka zurückgekehrt war, reiste Nachtigal zum Fluss Chari im heutigen Tschad und von dort weiter in das Sultanat Wadai (heute östlicher Tschad). Er hatte namhaften Anteil an der Aufklärung des Schicksals des hier ermordeten Eduard Vogel. Im Sommer 1873 reiste er von der Hauptstadt Abeschr bis zur südlichen Landesgrenze und gelangte 1874 zunächst in das Sultanat Darfur und im Sommer 1874 in das Sultanat Kordofan. Er lernte unterwegs weitere regionale Sprachen und sammelte wissenschaftliche Daten über Geografie, Ethnografie und Sprachenkunde der durchreisten Gebiete. Schließlich erreichte Nachtigal Khartum, die Hauptstadt des von Ägypten besetzten Sudan. Von hier aus reiste er entlang des Nils nach Kairo in Ägypten und kehrte 1875 schließlich nach Deutschland zurück. Nachtigal war bei der Dokumentation der Forschungsergebnisse bemüht, sachlich zu berichten, im Unterschied zu anderen Afrikareisenden seiner Zeit wie Henry Morton Stanley, Carl Peters oder Hermann von Wissmann.

Text: “Gustav Nachtigal”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Gustav Nachtigal

1 buch