Henri-Louis Bergson (* 18. Oktober 1859 in Paris; † 4. Januar 1941 ebenda) war ein französischer Philosoph und Nobelpreisträger für Literatur 1927. Er gilt neben Wilhelm Dilthey als bedeutendster Vertreter der bei Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche vorgebildeten Lebensphilosophie.
Leben und Karriere
Henri Bergson (wie er sich als Autor nannte) wurde in Paris geboren. Sein Vater Michał Bergson war ein polnischstämmiger jüdischer Komponist, seine Mutter Katherine Levison entstammte einer jüdischen Familie aus England und Irland. Seine frühe Kindheit verbrachte er überwiegend in London, bevor er mit acht Jahren, eher anglo- als frankophon, wieder in die französische Hauptstadt kam. Henri Bergson hatte mehrere Geschwister, darunter einen Bruder, Joseph (Józef), der Arzt war und nach Berlin zog, und die 1865 in Paris geborene Schwester Mina, die sich später als verheiratete Moina Mathers okkultistischen Studien widmete. Bergson war verheiratet mit einer Nichte von Marcel Proust, seine aus dieser Ehe stammende Tochter Jeanne Bergson (1893 bis 1961) kam gehörlos zur Welt, lernte aber sprechen und bei einem Schüler von Rodin das Zeichnen, Malen und Bildhauerei.
Ausbildung
In Paris besuchte er von 1868 bis 1878 das Lycée Fontanes, wo er 1877 den Schulpreis für Mathematik erhielt, mit einer Problemlösung, die er anschließend sogar in einer mathematischen Fachzeitschrift veröffentlichen durfte. Dennoch entschied er sich nach dem Baccalauréat für ein Literatur- und Philosophiestudium und bewarb sich mit Erfolg um einen Studienplatz an der École normale supérieure (ENS), der Pariser Elitehochschule für die Lehramtsfächer.