Henriëtte Goverdine Anna Roland Holst (geb. van der Schalk) (* 24. Dezember 1869 in Noordwijk; † 21. November 1952 in Amsterdam) war eine niederländische Dichterin und sozialistische und kommunistische Politikerin. Seit 1930 wandte sie sich religiös-sozialistischen Ideen zu.
Leben
Henriette van der Schalk wurde in eine wohlhabende Juristenfamilie geboren. Ihre Eltern, Theodoor Willem van der Schalk und Anna Ida van der Schalk-van der Hoeven, erzogen sie in einem christlichen und liberalen Geist. Sie hatte bereits in der Jugend Kontakt zu Dichtern wie Albert Verwey und wollte schon früh selber schreiben. Nach dem Unfalltod ihres Vaters und ihrer Schwester lernte sie 1892 den Künstler Rik Roland Holst kennen, den sie 1896 heiratete. Ihr erster Gedichtband „Sonnetten en verzen in terzinen geschreven“ wurde positiv wahrgenommen.
Das Ehepaar Roland Holst hat sich schon früh für die Ideen des Sozialismus interessiert. Beide traten 1897 der Sozial-Demokratischen Arbeiterpartei der Niederlande, einer Vorgängerorganisation der Partij van de Arbeid, bei. Henriëtte Roland Holst war bis 1909 in der Partei sehr engagiert. Sie trat als Rednerin auf, gab Kurse, hatte zeitweise einen Platz im Parteivorstand inne, schrieb für sozialdemokratische Blätter und unterstützte die Partei auch finanziell. Sie stand in Kontakt unter anderem mit Rosa Luxemburg und Leo Trotzki. In den Niederlanden arbeitete sie mit Anton Pannekoek und Herman Gorter zusammen. Im Jahr 1907 hielt sie auf der Internationalen sozialistischen Jugendkonferenz in Stuttgart ein Hauptreferat zum Thema „sozialistische Erziehung der Jugend“.