Henry Fielding (* 22. April 1707 in Sharpham Park bei Glastonbury, Somerset; † 8. Oktober 1754 in Lissabon) war ein englischer Romanautor, Satiriker, Dramatiker, Journalist und Jurist in der Zeit der Aufklärung.
Leben und Wirken
Henry Fielding stammte aus der Familie der Earls of Denbigh. William Fielding, 1. Earl of Denbigh war sein direkter Vorfahre. Henrys Vater war Colonel Edmund Fielding, der mit Auszeichnung unter Marlborough gekämpft hatte. Seine Mutter, Sarah Gould, war eine Tochter des Juristen Sir Henry Gould, von dem sie ein Gut in East Stour, Dorset, geerbt hatte. Dorthin zog die Familie, als Henry drei Jahre alt war. Fieldings Mutter starb vor seinem elften Geburtstag, und sein Vater heiratete erneut.
Henry Fielding besuchte im Gegensatz zu seinen Schwestern, zu denen auch die spätere Schriftstellerin Sarah Fielding gehörte, das Eton College. Er studierte Jura in London und an der Universität Leiden.
Von 1729 bis 1737 war er in London als Dramatiker und Theaterdirektor tätig. Von seinen 25 geschriebenen Dramen war die Farce The Life and Death of Tom Thumb the Great (1730) seinerzeit sehr erfolgreich. Daneben erschienen die Satiren Pasquin (1736) und The Historical Register for 1736 (1737).
Als Romanautor trat Fielding zuerst 1741 mit Shamela, einer Parodie auf Samuel Richardsons Pamela, in Erscheinung. Mit The History of the Adventures of Joseph Andrews and of His Friend Mr. Abraham Adams (1742, deutsch 1765), einer weiteren Parodie auf den Bestseller seines Rivalen Richardson, begründete Fielding den humorvoll-realistischen Roman: Sein Programm, Komik und Realismus zu verbinden und mit diesen Mitteln ein erzählerisches Bild der Gesellschaft zu zeichnen, war literaturgeschichtlich von größter Bedeutung. Die Gattung des Romans erhielt dadurch einen ganz neuen, entscheidenden Impuls.