Autor
Ivor Gurney
Englischer Komponist und Dichter
- Geboren
- 28. August 1890, Gloucester
- Gestorben
- 26. Dezember 1937, Dartford
- Staatsangehörigkeit
- Vereinigtes Königreich
- Beruf
- Dichter, Komponist und Schriftsteller
Leben und Werk
Ivor Bertie Gurney (* 28. August 1890 in Gloucester; † 26. Dezember 1937 in Dartford, Kent) war ein englischer Komponist und Dichter.
Leben
Gurney sang im Chor der Gloucester Cathedral mit und schloss dort Freundschaft mit Herbert Howells. Im Alter von 14 Jahren begann er zu komponieren und gewann 1911 ein Stipendium für das Royal College of Music. Dort studierte er bei Charles Villiers Stanford – zugleich auch der Lehrer von Ralph Vaughan Williams, John Ireland und Arthur Bliss, der meinte, dass Gurney unter diesen möglicherweise der herausragendste war. Gurneys Studien wurden durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, in dem er verwundet wurde und eine Gasverletzung erlitt. Um diese Zeit regte sich seine dichterische Begabung, die sich in den beiden Gedichtsammlungen Severn and Somme (1917) und War’s Embers (1919) manifestierte. Nach dem Krieg kehrte Gurney nach London zurück, um sein Musikstudium bei Vaughan Williams wieder aufzunehmen.
Gurney litt seit seiner frühen Erwachsenenzeit wahrscheinlich an einer in Episoden auftretenden bipolaren Störung, die zu einem schweren Zusammenbruch im Frühjahr 1918 führte, während er noch beim Militär war. Die Umstände dieses Zusammenbruchs haben die Diagnose einer „Kriegsneurose“ (Shell Shock) nahegelegt. Seine Erkrankung wurde nachträglich auch als Schizophrenie diagnostiziert; eine zuverlässige Einordnung ist heute nicht mehr möglich, da sich die damaligen Kategorien der Psychiatrie erheblich von den heutigen unterscheiden. Obwohl er nach der Entlassung aus dem Militärdienst eine künstlerisch höchst produktive Periode hatte, verschlimmerte sich sein Geisteszustand weiter. Im Jahr 1922 hatte sich sein Zustand derart verschlechtert, dass seine Familie ihn für geisteskrank erklärte. Er verbrachte die letzten 15 Jahre seines Lebens in psychiatrischen Einrichtungen, erst für eine kurze Zeit im Barnwood House in Gloucester, dann im City of London Mental Hospital in Dartford. Er fuhr fort, Gedichte zu schreiben sowie in chaotischen Schüben auch Musik, die von seiner Freundin Marion Scott gesammelt und gesichert wurde. Die Herausgabe übernahmen später Edmund Blunden, Gerald Finzi und andere. 1937 starb er im Alter von 47 Jahren vermutlich an Tuberkulose.
Text: “Ivor Gurney”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

