Autor
J. L. Heiberg
Dänischer Mathematikhistoriker und Philologe
- Geboren
- 27. November 1854, Aalborg
- Gestorben
- 4. Januar 1928, Kopenhagen
- Staatsangehörigkeit
- Königreich Dänemark
- Beruf
- Linguist, Mathematikhistoriker, Hochschullehrer, Klassischer Philologe und Gräzist
Leben und Werk
Johan Ludvig Heiberg (* 27. November 1854 in Aalborg; † 4. Januar 1928 in Kopenhagen) war ein dänischer Mathematikhistoriker und Klassischer Philologe. Er ist bekannt für grundlegende kritische Ausgaben der Texte griechischer Mathematiker wie Euklids Elementen und Werken des Archimedes. Im Lauf der Zeit gab er kritische Ausgaben fast zum gesamten Corpus der griechischen Mathematik heraus, während vor ihm nur zu Pappos eine zufriedenstellende kritische Ausgabe existierte (von Friedrich Hultsch).
Leben
Heiberg studierte Klassische Philologie und Mathematik und wurde 1879 in Kopenhagen über Archimedes mit der Dissertation Quaestiones Archimedeae promoviert (die für die Textkritik bei Archimedes Maßstäbe setzte). Er war zunächst Gymnasiallehrer und von 1884 bis 1895 Direktor eines Gymnasiums. In den 1880er Jahren stand er an der Spitze einer Bewegung für den Griechischunterricht an dänischen Gymnasien. 1896 bis 1924 war er Professor für Klassische Philologie an der Universität Kopenhagen, wobei er sich nicht auf sein mathematikhistorisches Spezialgebiet beschränkte. Im akademischen Jahr 1915/1916 amtierte er als Rektor der Universität. Neben seiner Tätigkeit an der Universität unterrichtete er regelmäßig Altgriechisch in der Borgerdydskolen.
Bekannt ist Heiberg vor allem durch seine Arbeiten zu Archimedes, dessen Werkausgabe er 1880/1881 in Leipzig bei Teubner in drei Bänden besorgte. Berühmtheit erlangte er 1906 in Konstantinopel durch die Entdeckung, dass ein schon länger bekanntes Manuskript den Text eines bis dahin unbekannten Werkes von Archimedes enthielt. In diesem Werk des sogenannten Archimedes-Palimpsest enthüllte Archimedes seine „mechanischen“ Methoden, mit denen er viele seiner geometrischen Entdeckungen machte. Ursprünglich stammte die Handschrift aus der Bibliothek der griechisch-orthodoxen Kirche in der Grabeskirche in Jerusalem; später befand sie sich in deren Metochion in Istanbul. Heiberg erfuhr von der Existenz mathematischer Manuskripte durch den Hinweis von Hermann Schöne auf einen Katalog griechischer Manuskripte in der Istanbuler kirchlichen Bibliothek, den Athanasios Papadopoulos-Kerameus 1899 publiziert hatte. Bei zwei Reisen 1906 und 1908 konnte er auch Fotografien des Manuskripts machen. Nachdem das Manuskript danach lange verschwunden war, wurde es 1998 versteigert und anschließend mit modernen Methoden am Walters Art Museum in Baltimore untersucht. Die Untersuchung des Manuskripts durch Heiberg (bei der er von seinem Freund, dem Mathematiker Hieronymus Georg Zeuthen, unterstützt wurde) lieferte viele neue Erkenntnisse und machte auch die Überarbeitung seiner Archimedes-Ausgabe nötig (erschienen 1910 bis 1915).
Text: “Johan Ludvig Heiberg (Philologe)”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.
Sammlung
Bücher von J. L. Heiberg
1 buch

