Porträt von J. N. Madvig
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Autor

J. N. Madvig

Dänischer klassischer Philologe und Politiker, Mitglied des Folketing

Geboren
7. August 1804, Svaneke
Gestorben
12. Dezember 1886, Kopenhagen
Staatsangehörigkeit
Königreich Dänemark
Beruf
Linguist, Autobiograf, Hochschullehrer, Klassischer Philologe und Historiker

Leben und Werk

Johan Nicolai Madvig [joˈhæn ˈneɡolaɪ̯ˀ ˈmæðˀʋiːˀ] (* 7. August 1804 in Svaneke, Bornholm; † 12. Dezember 1886 in Kopenhagen) war ein dänischer klassischer Philologe und Politiker.

Leben und Beruf

Madvig studierte an der Universität Kopenhagen, u. a. bei Frederik Christian Sibbern (1785–1872) und Frederik Christian Petersen (1786–1859). Ab 1826 war er vertretungsweise Dozent. Er galt bereits jetzt als großes Ausnahmetalent. Sofort nach seiner Promotion in Klassischer Philologie 1828 erhielt er ein Lektorat. Von 1829 bis 1879 war er Professor. Madvig entwickelte sich zu einem klassischen Sprachgelehrten von europäischem Format, vor allem auf dem Gebiet der Textkritik. Als hervorragender Kenner der lateinischen und griechischen Sprache, insbesondere der Werke von Cicero und Livius, galt er vielen Zeitgenossen als Inbegriff des Gelehrten: In Søren Kierkegaards Polemiken finden sich mehrfach Verweise auf Madvig. Zwischen 1855 und 1879 wurde er fünfmal zum Rektor der Universität Kopenhagen gewählt. Von 1867 bis zu seinem Tode 1886 war Madvig Präsident der Dänischen Akademie der Wissenschaften.

Mit 24 Jahren heiratete Madvig die um einige Jahre ältere Elisabeth Bjerring; das Paar hatte sechs Kinder. Sein Grab befindet sich auf dem Kopenhagener Assistenzfriedhof.

Politiker

Madvig schlug auch eine politische Laufbahn ein. Er stand zunächst in Opposition zum absolutistischen System und sympathisierte mit den Ideen der Julirevolution von 1830. Während der 1830er und 40er Jahre zeigte er sich moderat nationalliberal. Wie Johan Ludvig Heiberg profilierte er sich als interner Kritiker der liberalen Bewegung. 1848 wurde er im bornholmischen Wahlkreis Aakirkeby ins Folketing gewählt. Von 1848 bis 1851 war er dänischer Kultusminister und 1852–1853 Präsident der zweiten Parlamentskammer. Seine wissenschaftlich fundierten Auffassungen zum Verhältnis von Sprache und Nation ließen ihn im deutsch-dänischen Nationalitätenkonflikt dafür eintreten, das Herzogtum Schleswig ohne Ansehen historischer Zugehörigkeiten entlang der Sprachgrenze zu teilen. Damit stand er unter seinen dänischen Zeitgenossen recht isoliert.

Text: “Johan Nicolai Madvig”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von J. N. Madvig

1 buch