Porträt von Jean de La Bruyère
Foto: Élisabeth Louise Vigée Le Brun / After Pierre Drevet / After Jean Dieu de Saint-Jean · Wikimedia Commons

Autor

Jean de La Bruyère

Französischer Schriftsteller

Geboren
16. August 1645, Paris
Gestorben
10. Mai 1696, Versailles
Staatsangehörigkeit
Frankreich
Beruf
Essayist, Übersetzer, Französische Moralisten, Aphoristiker und Rechtsanwalt
Strömung
Klassizismus
Wichtige Werke
Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les Caractères ou les mœurs de ce siècle

Leben und Werk

Jean de La Bruyère (* 16. August 1645 in Paris; † 10. Mai 1696 in Versailles) war ein französischer Schriftsteller.

Leben

Der als Moralist zu den großen französischen Klassikern gerechnete Autor stammte aus einer bürgerlichen, wohl erst seit kurzem in Paris ansässigen Familie und erhielt nach einem Jurastudium in Orléans 1665 die Zulassung als Anwalt am höchsten Pariser Gericht, dem Parlement. 1671 beerbte er mit seinen drei jüngeren Geschwistern einen reichen Onkel und kaufte 1673 in Caen ein Amt in der Finanzverwaltung, das ihn pro forma adelte, ihm aber keine Präsenz vor Ort abverlangte. Er lebte vielmehr weiter als Rentier in Paris und dilettierte als Privatgelehrter.

Hierbei stieß er auf die Charakterstudien des antiken Polygraphen und Aristoteles-Schülers Theophrastos (3. Jh. v. Chr.), die er aus dem Griechischen zu übertragen begann.

1684 wurde er, auf Empfehlung des Bischofs, Prinzenerziehers und großen Predigers Bossuet, vom Prince de Condé, dem Chef einer Seitenlinie des Königshauses, zum Hauslehrer (précepteur) dessen Enkels, des Duc (= Herzog) de Bourbon, bestellt. Nachdem dieser 1687 verheiratet worden war, blieb La Bruyère als „gentilhomme“ (eine Art Edeldomestik) und Sekretär in seinen Diensten und lebte in seinem Schlepptau überwiegend in Paris, Chantilly und Versailles.

Als Randfigur im hochadeligen Milieu wurde er zu dessen scharfem Beobachter und bereicherte in der Folge die Theophrastschen „Charaktere“ um die Darstellung sozialer Typen der eigenen Zeit, wobei er mit Vorliebe bestimmte adelige und pseudoadelige Verhaltensweisen, aber auch allgemeine menschlich-allzumenschliche Schwächen, Manien und Ticks aufs Korn nahm. 1688 ließ er ein Bändchen erscheinen mit dem Titel Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle („Die Charaktere von Th., aus dem Griechischen übertragen, mit den Charakteren oder Sitten unseres Jahrhunderts“).

Text: “Jean de La Bruyère”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.

Sammlung

Bücher von Jean de La Bruyère

1 buch