Autor
Johann Georg Kohl
Deutscher Reiseschriftsteller
- Geboren
- 28. April 1808, Bremen
- Gestorben
- 28. Oktober 1878, Bremen
- Staatsangehörigkeit
- Rheinbund und Deutscher Bund
- Beruf
- Geograph, Bibliothekar, Schriftsteller, Kartografiehistoriker und Reiseschriftsteller
Leben und Werk
Johann Georg Kohl (* 28. April 1808 in Bremen; † 28. Oktober 1878 in Bremen) war ein deutscher Reiseschriftsteller, Essayist und Stadtbibliothekar in Bremen.
Biografie
Kohl war der Sohn eines Weinhändlers. Er besuchte das Alte Gymnasium in Bremen und studierte Rechtswissenschaft an der Universität Göttingen, der Universität Heidelberg und der Universität München. Nach dem Tod seines Vaters musste er mittellos sein Studium 1830 abbrechen. Er wirkte dann für sechs Jahre als Hauslehrer in Kurland. Nachdem er Sankt Petersburg, Moskau und das südliche Russland bereist hatte, lebte er ab 1838 eine Zeit lang in Dresden. Hier schrieb er seine ersten russischen Reiseberichte. Von Dresden aus bereiste er dann fast alle Länder des nördlichen und westlichen Europas und beschrieb seine Erlebnisse. Seine in den 1840er Jahren praktisch seriell verfassten Reisebücher – 27 Bände erschienen allein in den Jahren 1841 bis 1844ǃ – etablierten ihn als den bekanntesten „Touristen“ auf dem deutschsprachigen Buchmarkt.
Ab 1850 war er in Berlin, Paris, London und Oxford und bereitete seine Reisen in die USA vor. Von 1854 bis 1858 bereiste Kohl Nordamerika und wurde dort auch mit zahlreichen namhaften Wissenschaftlern und Literaten bekannt. Seine dortigen Studien und die darauf basierenden Schriften, die er insbesondere über seine Zeit in den USA sowie im Allgemeinen über die Geographie und Besiedlungsgeschichte Nordamerikas verfasste, machten ihn im deutschsprachigen Raum als Nordamerika-Experten bekannt und in den USA zu einer kleinen Berühmtheit; der amerikanische Forscher Henry Stevens (1819–1886), selbst Verfasser der Historical and Geographical Notes on the Earliest Discoveries in America (1869), hielt Kohls Arbeiten zur frühen Kartographierung der USA für „das ausgezeichnetste, was über diesen Gegenstand geliefert wurde“. Noch im 20. Jh. waren amerikanische Geographen der Ansicht, Kohl sei der „bedeutendste Amerikanist des 19. Jahrhunderts“ (the foremost Americanist of the nineteenth century) gewesen. Sein Buch Kitchi-Gami – mit der Bedeutung „Großer See“ (gichi-gami) und der indigene Name für den Lake Superior – über die Ojibwa wurde in den USA sein populärstes Buch. Es erschien 1860 auf Englisch und wurde im 20. Jh. noch mehrfach neu herausgegeben, zuletzt von der Minnesota Historical Society 1985.
Text: “Johann Georg Kohl”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.
Sammlung
Bücher von Johann Georg Kohl
1 buch

