John Gregory Bourke (* 23. Juni 1843 in Philadelphia, Pennsylvania; † 8. Juni 1896 ebenda) war ein US-amerikanischer Offizier und Ethnologe. Bedeutsam sind seine ethnologischen Veröffentlichungen über die Indianer Nordamerikas sowie die interkulturellen Vergleiche zu den Traditionen der Völker. Ein Schwerpunkt seiner Veröffentlichungen beschreibt das Brauchtum beim Einsatz von Produkten der Exkretion und Defäkation.
Leben
Bourke – Sohn eines aus der irischen Grafschaft Galway stammenden Einwanderers – trat im Alter von neunzehn Jahren während des Sezessionskrieges (1861–1865) als Freiwilliger in das 15. pennsylvanische Reiterregiment ein. Er wurde 1865 ehrenvoll entlassen. Für seine Verdienste in der Schlacht am Stones River unter General George Henry Thomas erhielt er die Medal of Honor. Auf Empfehlung seines Generals wurde er dann in die United States Military Academy aufgenommen und nach bestandener Prüfung 1869 zum Unterleutnant befördert. Er wurde dem 3. Reiterregiment zugewiesen und kämpfte vor allem in New Mexico und Arizona gegen die Indianer. Von 1871 bis 1883 war er Adjutant des Generals George Crook, zu dem er in den folgenden Jahren eine Freundschaft pflegte. 1876 wurde er zum Oberleutnant ernannt, eine Ernennung zum Major lehnte er ab.
Bourke führte Tagebücher, in denen er seine Beobachtung über die Kämpfe und die Indianer eintrug. Dadurch wurde er ein Experte für die Sitten und Gebräuche der Indianer und deren Denkweise. Im Gegensatz zu seinen Gefährten zeichnete er sich durch Mitgefühl gegenüber den Indianern aus. John Gregory Bourke setzte sich immer wieder dafür ein, die restlichen Stämme nach Kämpfen nicht gänzlich auszulöschen. Seine Kenntnisse und sein Einfühlungsvermögen wurden im Kriegsministerium in Washington, D.C. geschätzt. Bourke wurde in verschiedenen Kommissionen zum Schicksal der restlichen Stämme eingesetzt.