José Ingenieros, eigentlich Giuseppe Ingegnieri, (* 24. April 1877 in Palermo, Sizilien; † 31. Oktober 1925 Buenos Aires) war ein argentinischer Philosoph, Mediziner und Schriftsteller sizilianischer Herkunft.
Leben
Ingenieros war ein Sohn von Salvatore Ingegnieri und dessen Ehefrau Mariana Tagliavia. Als Achtjähriger wanderte Ingenieros mit seinem Vater nach Argentinien aus. In Argentinien änderte Ingenieros dann seinen Namen in José Ingenieros. Er besuchte ab 1888 in Buenos Aires das Colegio Nacional unter Leitung von Amancio Alcorta. Anschließend studierte er Medizin an der Universidad de Buenos Aires (UBA) und konnte dieses Studium 1900 mit der Dissertation „Simulación en la lucha por la vida“ erfolgreich abschließen. Schon früh beschäftigte sich Ingenieros mit Psychiatrie und Kriminologie. Er folgte hierbei der Theorie des Italieners Cesare Lombroso vom „geborenen Verbrecher.“ Bereits während seines Studiums war er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Argentiniens geworden; unter anderem schloss er dort Bekanntschaft mit dem Schriftsteller Mario Bravo.
Bereits 1897 hatte Ingenieros zusammen mit Leopoldo Lugones die politisch links stehende Zeitschrift „La Montaña“ gegründet. Auf Grund der Artikelserie „Reptiles burgueses“ wurde sie aber bald schon verboten.
Im Jahr 1902 wurde Ingenieros Dozent des Instituts für Neuropathologie und Direktor des Archivs für Psychiatrie und Kriminologie (bis 1913) der Universität Buenos Aires. 1904 betraute man Ingenieros mit einem Lehrstuhl für Psychologie (UBA). Durch politische Streitigkeiten bedingt, hintertrieb Präsident Roque Sáenz Peña Ingenieros' Berufung als Ordinarius für Gerichtsmedizin. Daraufhin ließ dieser alle seine Aufgaben und Verpflichtungen ruhen und unternahm eine ausgedehnte Studienreise nach und durch Europa. Für längere Zeit hielt er sich in Genf, Heidelberg, Lausanne, Madrid und Paris auf. Er besuchte unter anderem an den dortigen Akademien und Universitäten verschiedentlich Berufskollegen und diskutierte verschiedentlich auch mit Studenten.