Autor
Joseph Hammer-Purgstall
Österreichischer Diplomat und Übersetzer von orientalischer Literatur
- Geboren
- 9. Juni 1774, Graz
- Gestorben
- 23. November 1856, Wien
- Beruf
- Forschungsreisender, Übersetzer, Diplomat, Orientalist und Philologe
Leben und Werk
Joseph von Hammer, ab 1835 Freiherr Joseph von Hammer-Purgstall (* 9. Juni 1774 in Graz, Steiermark; † 23. November 1856 in Wien), war ein österreichischer Diplomat und Orientalist. Er wurde als Übersetzer orientalischer Literatur bekannt und gilt als der Begründer der wissenschaftlichen Osmanistik und „wichtigste Figur in der deutschen Orientalistik des frühen 19. Jahrhunderts.“
Leben
Joseph Hammer jr. war der Sohn des 1791 geadelten österreichischen Gubernialrates Joseph Hammer (1738–1818). Bis zum 14. Lebensjahr besuchte er die unteren Klassen des Gymnasiums in Graz; 1787 brachte ihn sein Vater nach Wien, wo er die Präparandenausbildung am Barbarastift für die Aufnahme in die Orientalische Akademie absolvierte, in die er 1789 aufgenommen wurde. Hammer absolvierte diese Ausbildung mit bestem Erfolg, wobei er noch als „Eleve“ und „Sprachzögling“ zu Hilfsdiensten beigezogen wurde und unter anderem noch den greisen Staatskanzler Kaunitz erlebte.
Nach Abschluss der Ausbildung 1794 blieb Hammer, da kein Ausbildungsplatz in Konstantinopel frei war, weiterhin in Wien an der Akademie, arbeitete an Handschriften in der Hofbibliothek und lernte in dem damals an der Staatskanzlei in Wien tätigen Schweizer Historiker Johannes von Müller einen wichtigen Mentor und Förderer kennen.
1799 ging Hammer, seine Vorgesetzten übergehend, zu Außenminister Thugut und bat erfolgreich um die Entsendung in den Orient, nach Persien. Im Sommer 1799 traf er als „Sprachknabe“ bei der Internuntiatur (österreichische Botschaft) in Konstantinopel ein, durfte bald die Dolmetschertracht tragen, intensivierte seine Beherrschung des Türkischen und des Arabischen und wurde im Zusammenhang mit der Ägyptenexpedition Napoleons im Februar 1800 zur Visitierung der österreichischen Konsulate in die Levante geschickt. Dabei geriet er mit Hilfe des Kommandeurs der britische Sperrflotte nach Ägypten. In diesem Zusammenhang diente er schließlich diesem, William Sidney Smith, in der Royal Navy, nach der britischen Landung auch dem Oberkommandierenden in Ägypten als „österreichischer Reisender“ privat als Dolmetscher und Sekretär. Er lernte im Gefolge des Feldzuges Unterägypten bis auf die Höhe von Sakkara kennen. Von dieser Unternehmung berichtete er laufend eingehend über die Internuntiatur nach Wien, erwarb Handschriften und kleine „Altertümer“, die sich heute wie auch jene, die Hammer später von bzw. über Claudius Rich aus Mesopotamien erhalten hatte, im Kunsthistorischen Museum in Wien oder im Joanneum in Graz und auch in Kopenhagen befinden. Im Herbst 1801 ging er mit Genehmigung des Internuntius mit William Sidney Smith nach England, besuchte dort auch Oxford und Cambridge und kehrte über Cuxhaven und Dresden Anfang April 1802 nach Wien zurück.
Text: “Joseph von Hammer-Purgstall”, aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Daten und Fakten: Wikidata.
Sammlung
Bücher von Joseph Hammer-Purgstall
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